Bundeskanzler Friedrich Merz will der CDU eine Frau als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin vorschlagen. Das erklärte der CDU-Chef am Montagabend am Rande einer parteiinternen Veranstaltung in Berlin.
Merz sagte demnach, er werde der Partei eine gemeinsame Kandidatin aus der politischen Mitte vorschlagen. Bei der Frage nach dem Geschlecht sei er festgelegt: Es müsse eine Frau werden.
Damit positioniert sich der Kanzler im Streit mit der CSU und ihrem Vorsitzenden Markus Söder. Die CSU setzt seit Wochen auf Ilse Aigner, die Präsidentin des Bayerischen Landtags. In der CDU wird dagegen Ines Claus als mögliche Favoritin von Merz genannt.
Eine endgültige Entscheidung für eine Kandidatin gibt es nach den vorliegenden Informationen bislang nicht. Merz soll diese Festlegung im CDU-Präsidium am 9. November treffen.
Ilse Aigner ist 61 Jahre alt und gehört der CSU an. Sie war Bundeslandwirtschaftsministerin und steht seit 2018 an der Spitze des Bayerischen Landtags. Für ihre mögliche Kandidatur gibt es dem Bericht zufolge Unterstützung aus unterschiedlichen politischen Lagern. Genannt werden unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch.
Gegen Aigner spricht demnach, dass Merz sich bisher nicht öffentlich für sie ausgesprochen hat. Zudem gibt es in der CDU Bestrebungen, eine eigene Kandidatin aufzustellen.
Als weitere mögliche Kandidatin wird Ines Claus genannt. Die 49-jährige Juristin und Politologin führt seit 2020 die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag. Seit Februar 2026 ist sie stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. Ihr Name wurde Ende Oktober als mögliche Favoritin von Merz genannt. Claus bezeichnete dies laut dem Bericht als große Ehre. Aus dem Umfeld von Merz wurde die Darstellung jedoch dementiert.
Führende CDU-Politiker kritisierten demnach, Claus fehle ein bundespolitisches Profil. Als weitere Namen für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werden Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Familienministerin Karin Prien genannt.
Die Wahl des neuen Bundespräsidenten oder der neuen Bundespräsidentin soll am 30. Januar 2027 stattfinden.

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