Autor: wpapi

  • Asylklagen dauern wieder länger – große Unterschiede zwischen den Ländern

    Asylklagen dauern wieder länger – große Unterschiede zwischen den Ländern

    Asylklagen gegen Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dauern in Deutschland wieder länger. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag die durchschnittliche Verfahrensdauer bei 15,3 Monaten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.

    In den vergangenen Jahren hatte sich die Bearbeitungszeit zunächst verkürzt. 2021 dauerten die Verfahren im Durchschnitt noch 26,5 Monate. Für 2024 wurde eine durchschnittliche Dauer von 16,7 Monaten ausgewiesen. Für das vergangene Jahr nannte die Bundesregierung 14,3 Monate, wobei die Daten für Dezember noch nicht vorlagen.

    Gleichzeitig gingen im ersten Halbjahr bereits mehr Asylklagen ein als im gesamten Jahr 2023. Die steigende Zahl der Verfahren gilt als ein Grund für die längere Dauer. Zusätzlich kann eine Rolle spielen, ob an einem Gericht besonders viele Fälle von Menschen aus bestimmten Herkunftsländern verhandelt werden, bei denen die Entscheidung über den Schutzstatus schwierig ist.

    Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger verwies darauf, dass 2025 häufiger Geflüchtete aus Ländern abgelehnt worden seien, in denen sich die Menschenrechtslage eher verschlechtert habe. Genannt werden Iran, Russland, Afghanistan und die Türkei. Nach ihren Angaben korrigierten Gerichte etwa jeden zweiten überprüften Asylbescheid zum Herkunftsland Iran.

    Wie lange die Verfahren dauern, unterscheidet sich deutlich zwischen den Bundesländern. In Sachsen lag die durchschnittliche Verfahrensdauer bei 20,4 Monaten und damit bundesweit am höchsten. In Rheinland-Pfalz warteten Betroffene im Schnitt 9,2 Monate.

    Zum Stichtag 15. August waren bundesweit 196.315 Asylklagen anhängig. Der Richterbund fordert 500 zusätzliche Richter, um die Pläne für schnellere Asylverfahren umsetzen zu können.

  • VAR nimmt Vinícius den Treffer: Real Madrid protestiert, Mourinho fehlt bei Pressekonferenz

    VAR nimmt Vinícius den Treffer: Real Madrid protestiert, Mourinho fehlt bei Pressekonferenz

    Real Madrid musste im Ligaspiel gegen den FC Villarreal nach einer kuriosen Szene auf Vinícius Júnior verzichten. Der Brasilianer hatte in der 71. Minute vermeintlich zum 2:0 getroffen und ausgelassen mit der Mannschaft gefeiert. Nach dem Eingreifen des VAR wurde der Treffer jedoch nicht anerkannt – stattdessen erhielt Vinícius die Rote Karte.

    In der Entstehung der Szene hatte der Offensivspieler seinen Gegenspieler Nathan Saliba an den Haaren gezogen. Vinícius reagierte mit heftigen Gesten und wollte den Platzverweis zunächst nicht akzeptieren. Anschließend wurde er von seinen Teamkollegen in Richtung Kabine begleitet.

    Dem Brasilianer droht nun eine Sperre. Sollte diese mehr als ein Spiel umfassen, würde Vinícius ausgerechnet im Clasico gegen den FC Barcelona am übernächsten Spieltag fehlen. Über Instagram meldete er sich nach der Partie zu Wort und schrieb: „Die Freude geht weiter … Entschuldigung an mein Team und die Fans.“

    Bei Real Madrid sorgte die Entscheidung für Unmut. Aurelien Tchouameni sagte: „Ich weiß nicht, was mit den Schiedsrichtern los ist, diese Rote Karte verstehe ich nicht, aber das Wichtigste ist der Sieg.“

    Trainer José Mourinho blieb der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel fern. Die Liga gab rund 40 Minuten nach dem Abpfiff bekannt, dass der Presseraum weiterhin leer sei. Offenbar wollte Mourinho keine Sperre riskieren. Die „Marca“ zitierte ihn mit den Worten: „Ich werde nichts sagen, weil ich gegen Sevilla und Barcelona auf der Bank sitzen möchte.“

    Bereits nach dem Stadtduell gegen Atlético Madrid hatte sich Mourinho lautstark über die Schiedsrichterleistung beschwert. Damals brachte er ausgedruckte Fotos mit zur Pressekonferenz und sorgte damit für Aufsehen.

    Auch ohne Vinícius brachte Real Madrid die Führung gegen Villarreal über die Zeit. Der Rückstand auf Tabellenführer FC Barcelona beträgt weiterhin sechs Punkte. Atlético Madrid liegt einen Zähler vor den Königlichen, die nach acht Ligapartien bereits zwei Niederlagen verbucht haben.

  • Krämpfe zwingen Patrick Lange auf Hawaii zur Aufgabe

    Patrick Lange hat den Ironman auf Hawaii wegen starker Krämpfe vorzeitig beendet. Der deutsche Triathlet musste auf der Radstrecke aussteigen und verpasste damit die Chance auf seinen vierten Triumph bei dem Rennen.

    Lange war zunächst stark geschwommen. Nach den 3,86 Kilometern lag er jedoch auf dem Rad zunehmend zurück. Nach rund 65 Kilometern hielt er erstmals am Straßenrand an und fasste sich an den linken hinteren Oberschenkel. Nach einer längeren Beratung mit seinem Trainer Ben Reszel setzte er das Rennen zunächst fort.

    Der unfreiwillige Stopp hatte Lange bereits weit zurückgeworfen. Nach 96 der insgesamt 180,2 Radkilometer war schließlich endgültig Schluss. Bei der Wende in Hawi konnte der 39-Jährige wegen der anhaltenden Krämpfe nicht weiterfahren.

    „Es ist eines der härtesten Did not Finishs in meinem Leben“, sagte Lange im ZDF. Die Krämpfe hätten nicht mehr aufgehört und seien trotz großer Mengen Wasser und Elektrolyten immer schlimmer geworden. Unter diesen Umständen sei es für ihn unvorstellbar gewesen, anschließend noch einen Marathon über 42,195 Kilometer zu laufen. Die Aufgabe sei daher die richtige Entscheidung gewesen.

    Für Lange war es der siebte Start auf Hawaii und der zweite vorzeitige Ausstieg nach 2019. Nur wenige Stunden nach seinem Ausscheiden half er als Volunteer an der Strecke und verteilte Flaschen an die Teilnehmer.

    Ähnliche Probleme hatte Lange nach eigenen Angaben bereits bei seiner Aufgabe im April beim Ironman Texas. Woran die Krämpfe liegen, wisse er nicht. Auf Hawaii hatte er zuvor 2017, 2018 und 2024 gewonnen. Mit einem vierten Sieg hätte er zum alleinigen deutschen Rekordhalter vor Jan Frodeno aufsteigen können.

    Stattdessen endete Langes WM-Karriere mit einer Enttäuschung. Im Juli hatte er bereits sein Karriereende angekündigt. Sein endgültig letztes Rennen soll im kommenden Juli bei der Challenge Roth stattfinden.

    Den Sieg auf Hawaii holte sich der Franzose Vincent Luis vor dem Norweger Gustav Iden und dem US-Amerikaner Matthew Marquardt. Laura Philipp gewann die Silbermedaille und komplettierte damit ihren Medaillensatz.