Die SPD könnte nach Ansicht von Juso-Chef Philipp Türmer künftig von einer einzelnen Frau geführt werden. Türmer zeigte sich offen dafür, die bisherige Doppelspitze der Partei abzuschaffen.
Eine alleinige Vorsitzende könne er sich vorstellen, sagte Türmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Für einen Mann allein an der Parteispitze gelte das aus seiner Sicht nicht. Die Doppelspitze sei nicht dauerhaft festgeschrieben.
Der ursprüngliche Plan, mit einer Doppelspitze Frauen in der SPD zu stärken, habe nicht gut funktioniert, kritisierte Türmer. Frauen an der Parteispitze hätten in der Vergangenheit den Hauptteil der Kritik auf sich gezogen und teilweise als Schutzschild für den jeweiligen männlichen Vorsitzenden gewirkt.
Daraus dürfe jedoch nicht abgeleitet werden, dass künftig ein Mann allein die Partei führen solle, erklärte der Juso-Chef. In der SPD gebe es starke Frauen, denen er den alleinigen Vorsitz zutraue. Ob die Partei künftig eine Einzelspitze ermöglichen wolle, könne vor Wahlen jeweils neu entschieden werden.
Türmer äußerte sich außerdem zur Zukunft des amtierenden SPD-Chefs Lars Klingbeil. Sollte Klingbeil Finanzminister und Vizekanzler bleiben wollen, sprach sich der Juso-Chef gegen eine erneute Kandidatur Klingbeils für den Parteivorsitz aus.
Als Begründung verwies Türmer auf Klingbeils bisherige Verantwortung für die SPD als Generalsekretär und Parteivorsitzender. In den vergangenen knapp zehn Jahren habe er keine klare Strategie erkannt, wie es mit der Partei wieder aufwärtsgehen solle.
Klingbeil hatte nach dem Rücktritt der SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas angekündigt, dass auf einem Parteitag die gesamte Führungsriege der SPD zur Wahl stehen solle. Die Neuwahl des Parteivorstands ist für den ordentlichen Bundesparteitag am 16. und 17. Januar in Bremen vorgesehen.
Klingbeil favorisiert erneut eine Doppelspitze aus einer Frau und einem Mann. Ob er selbst noch einmal für den Parteivorsitz kandidieren wird, ist bislang nicht bekannt.

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