Söder profitiert in Bayern von der Schwäche der CDU und Friedrich Merz

Während die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz in Umfragen weiter an Zustimmung verlieren, hält sich die CSU in Bayern vergleichsweise stabil. Die Partei von Ministerpräsident Markus Söder kommt dort laut dem Bericht auf 37 Prozent und liegt damit nahe an ihrem Ergebnis der vergangenen Landtagswahl.

Bundesweit liegt die Union demnach seit Wochen unter der Marke von 20 Prozent. Die AfD hat sich um mehr als zehn Prozentpunkte von der CDU abgesetzt. Auch in mehreren Ländern verliert die Partei deutlich: In Nordrhein-Westfalen beträgt das Minus acht Prozentpunkte, in Baden-Württemberg sechs und in Schleswig-Holstein zwölf. In Brandenburg liegt die CDU erstmals im einstelligen Bereich, in Mecklenburg-Vorpommern scheiterte sie an der Fünf-Prozent-Hürde.

Ohne die Stimmen der CSU kommt die Union laut einer Umfrage der „Bild“ nur noch auf 13,5 Prozent und liegt damit hinter der SPD. Bayern bildet in diesem Bild eine Ausnahme. Zwar musste die CSU auch dort zuletzt leicht nachgeben, dennoch scheint sie sich vom Abwärtstrend der Schwesterpartei abgekoppelt zu haben.

Für Söder kommen die Zahlen zu einem günstigen Zeitpunkt. Am Freitag und Samstag trifft sich die CSU in München zu ihrem Parteitag. Das Motto lautet „Näher am Menschen“. Die Partei will dort vor allem Stabilität vermitteln, während die CDU bundesweit mit einer Identitäts- und Ergebniskrise kämpft.

CSU-Generalsekretär Martin Huber sagte dem „Stern“, die CSU müsse gerade in Zeiten von Ängsten und Unsicherheit Ansprechpartner Nummer eins für die Bürgerinnen und Bürger sein. Dazu gehörten Veranstaltungen vor Ort sowie eine gute Kommunikation in den sozialen Medien. Digitale Plattformen dürften nicht den „Lauten und Radikalen“ überlassen werden.

Söder tritt inzwischen häufiger bundesweit auf und präsentiert sich in Talkshows als staatsmännischer Mahner. Nach Einschätzung des Berichts hat sich der CSU-Chef damit erneut politisch neu positioniert. In der CDU gibt es inzwischen einflussreiche Abgeordnete, die ihn als möglichen Kanzler sehen. Söder weist die Debatte öffentlich zurück, hält sich dem Bericht zufolge aber auch nicht konsequent aus ihr heraus.

In bundesweiten Umfragen zur Kanzlertauglichkeit liegt Söder allerdings hinter dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. In Bayern ist seine Zustimmung zuletzt auf 42 Prozent gestiegen. Friedrich Merz kommt bundesweit auf 11 Prozent.

Auch innerparteilich hat Söder seine Position stabilisiert. Nach Kritik an schlechten Kommunalwahlergebnissen band er laut dem Bericht mögliche Kritiker ein, baute sein Kabinett leicht um und beförderte den bayerischen Junge-Union-Chef Manuel Knoll zum Staatssekretär. Dem Fraktionschef Klaus Holetschek übertrug er den Vorsitz der Hanns-Seidel-Stiftung.

Auf dem Parteitag kann Söder zudem für Ilse Aigner werben. Der CSU-Chef unterstützt die bayerische Landtagspräsidentin und frühere Landwirtschaftsministerin als mögliche Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. In der CDU ist laut dem Bericht weiterhin offen, ob Friedrich Merz einen eigenen Kandidaten für das höchste Staatsamt vorschlagen will. Die Wahl soll in drei Monaten stattfinden.


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