Angela Merkel erklärt Hintergründe ihrer Zitteranfälle von 2019

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview über die Zitteranfälle gesprochen, die 2019 bei mehreren öffentlichen Auftritten für Aufmerksamkeit sorgten. Als mögliche Gründe nannte sie unter anderem den Tod ihrer Mutter und den bevorstehenden Abschied aus dem Amt.

In Johannes B. Kerners Talkformat „Bestbesetzung“ sagte Merkel, damals habe sich Anspannung entladen. „Wahrscheinlich durch den Tod meiner Mutter oder auch die Tatsache, dass ich wusste, ich werde aufhören, da setzt der Körper dann einfach Zeichen, und das ist ja menschlich etwas sehr, sehr Gutes“, erklärte sie.

2019 war Merkel bei mehreren offiziellen Anlässen stark zitternd beobachtet worden. Zu den Situationen gehörte auch ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Merkel hatte damals erklärt, sie sei arbeitsfähig und habe lediglich zu wenig Wasser getrunken. Nach einem weiteren Vorfall wurde diese Erklärung jedoch zunehmend angezweifelt.

Auf die Frage, ob sie sich zu wenig Zeit genommen habe, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten, antwortete Merkel zustimmend. Sie habe dies zunächst nicht unmittelbar so empfunden. Die körperlichen Reaktionen seien aber auch ein Signal gewesen: „Jetzt mach mal Stopp, und dann muss man das eben auch so machen.“

Im Gespräch äußerte sich Merkel außerdem zur Debatte über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier im Amt des Bundespräsidenten. Sie würde sich eine Frau in dieser Position wünschen. In der Geschichte der Bundesrepublik habe es bislang noch nie eine Bundespräsidentin gegeben. Es gebe jedoch geeignete Frauen, auch aus CDU und CSU, sagte Merkel.

Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge Steinmeiers abstimmen. Die Koalition aus Union und SPD verfügt dort über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Über die Kandidatur soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Im Gespräch sind unter anderem Ilse Aigner, Julia Klöckner, Karin Prien, Annegret Kramp-Karrenbauer und Boris Rhein.

Auch zur CDU nahm Merkel Stellung. Ihr seien „Maß und Mitte“ stets wichtig gewesen, beides verschwinde jedoch zunehmend. Die CDU müsse sich von der AfD und der Linken abgrenzen und zugleich ihre eigene Identität stärken. Außerdem müsse die Partei Brücken zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen bauen, sagte die ehemalige Parteichefin.


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