Bei einer Demonstration in Stuttgart hat sich der Klimaaktivist Moritz Riedacher an die Seite der angeklagten Gruppe „Ulm5“ gestellt. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 700 Menschen an dem Protest unter dem Motto „Freiheit für die Ulm5“ teil.
Die Polizei berichtete von Farbbeutelwürfen und drei verletzten Beamten. Die Demonstration richtete sich gegen das Verfahren gegen drei Frauen und zwei Männer. Die Gruppe soll am 9. September 2025 in eine israelische Firma in Ulm eingedrungen sein und dort erhebliche Schäden verursacht haben.
Nach dem vorliegenden Bericht entstand dabei ein Millionenschaden. Die Beschuldigten sitzen seitdem in Untersuchungshaft und müssen sich vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Antisemitismus vor.
Riedacher trat bei der Demonstration mit einem Protest-Schild auf. Darauf wurde die „Ulm5“ unterstützt und die Abschaffung des Paragrafen 129 gefordert. Dieser Straftatbestand der Bildung krimineller Vereinigungen wird den Angeklagten ebenfalls vorgeworfen.
Gegenüber BILD bezeichnete Riedacher die Mitglieder der Gruppe als „Menschenrechtsaktivisten“. Sie hätten lediglich eine „Sachbeschädigung“ begangen und stellten „für niemanden eine Bedrohung“ dar. Nach eigenen Angaben besuchte er bereits mehrere Verhandlungstermine, um die Angeklagten zu unterstützen.
Auch Greta Thunberg hatte die „Ulm5“ laut dem Bericht bereits durch einen Besuch in Stuttgart unterstützt. Zudem beteiligt sie sich demnach wiederholt an Protesten von Aktivisten, die sich gegen Israel richten.
Riedacher ist selbst weiterhin mit juristischen und finanziellen Folgen früherer Aktionen konfrontiert. Vor vier Jahren brach er sein Studium ab, um für die „Letzte Generation“ an 60 Straßenblockaden teilzunehmen. Nach Angaben aus dem Bericht klebte er sich 25-mal fest.
Wegen eines Farbanschlags auf die Universität Heidelberg wurde er zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. Im Zusammenhang mit der Erstürmung des Hamburger Flughafengeländes wird zudem eine Schadensersatzforderung von 40.000 Euro genannt.
Nach eigenen Angaben arbeitet Riedacher als Minijobber bei einem Taubenschutz-Projekt. Zu seiner finanziellen Situation sagte er: „Ich habe ein Pfändungsschutzkonto.“

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