Ifo-Geschäftsklima steigt erneut und signalisiert weitere Konjunkturerholung

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Oktober weiter verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,3 Punkte auf 90,2 Zähler. Damit legte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer den sechsten Monat in Folge zu.

Nach Angaben des Münchner ifo-Instituts erreichte der Index damit den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2023. Die Entwicklung fiel besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Durchschnitt mit einer Stagnation bei 89,9 Punkten gerechnet.

Getragen wurde der Anstieg vor allem von den Erwartungen der Unternehmen an ihre künftigen Geschäfte. Die Einschätzung der aktuellen Lage fiel dagegen schwächer aus. Trotz gestiegener Energiepreise deutet das Ergebnis nach Einschätzung von Ökonomen auf eine weitere konjunkturelle Belebung hin.

„Die Konjunkturbelebung setzt sich fort“, erklärte ifo-Präsident Clemens Fuest. Grundlage des Geschäftsklimas ist eine monatliche Umfrage unter 9.000 Unternehmen.

Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich die Stimmung deutlich. Unternehmen aus der Industrie bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen besser. Als Grund wurden gestiegene Neuaufträge genannt.

Anders entwickelte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor. Dort waren die Unternehmen unzufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Bei den IT-Dienstleistern hellte sich die Stimmung hingegen auf. Die Branche profitiert laut den Angaben von einer starken Nachfrage im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz. Dadurch würden zahlreiche neue Rechenzentren gebaut oder geplant.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, verwies auf die hohen Energiepreise und die Unruhen in europäischen Nachbarländern. Der Anstieg des ifo-Index mache Hoffnung, dass sich die Konjunkturerholung dank der guten Auftragslage im kommenden Jahr fortsetzen könne.

Zurückhaltender bewertete Klaus Bauknecht, Analyst bei der IKB Deutsche Industriebank, die Entwicklung. Die Erwartungen der Unternehmen deuteten auf eine moderate, aber schwankungsanfällige Erholung hin. Einen Hinweis auf einen tragfähigen Investitionsaufschwung und damit eine nachhaltige Erholung liefere der ifo-Index jedoch nicht.

Zuletzt hatten mehrere deutsche Forschungsinstitute, darunter das ifo-Institut, ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft angehoben. Auch der Internationale Währungsfonds erhöhte Mitte Oktober seine Wachstumserwartungen. Für dieses Jahr wird nun ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet. Die Bundesregierung geht ebenfalls von dieser Größenordnung aus.


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