AfD-Datenleck: Interne Mail beschreibt mögliche Syrien-Route mit Hisbollah und Russland

Ein Datenleck bei der AfD gibt Einblick in interne Mails zur Syrien-Reise von sieben AfD-Politikern im März 2018. Eine Nachricht beschreibt demnach eine mögliche Route über Beirut, bei der die Hisbollah und russische Akteure helfen sollten.

Die Gruppe reiste damals mitten im Bürgerkrieg nach Syrien. Zu ihr gehörten die damaligen Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann, Jürgen Pohl, Udo Hemmelgarn, Harald Weyel, Christian Blex, Thomas Röckemann und Steffen Christ.

Besonders brisant ist laut einem Bericht des „Handelsblatts“ eine Mail vom 7. März 2018. Darin soll der damalige AfD-Sicherheitsbeauftragte Peter M. vorgeschlagen haben, zunächst nach Beirut zu fliegen. Von dort sollte die Hisbollah die Reisegruppe zur Grenze bringen. Anschließend sollten russische Kräfte die weitere Reiseleitung übernehmen.

In der Mail ist dem Bericht zufolge auch davon die Rede, dass Mitglieder der Hisbollah oder des russischen Militärgeheimdienstes GRU ein Visum vor Ort beschaffen könnten. Ob die beschriebenen Kontakte tatsächlich genutzt wurden, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.

Die Nachricht stammt aus einem umfangreichen Datenleck, bei dem Hacker mehr als 420.000 E-Mails veröffentlichten. Die AfD räumte einen Datenabfluss ein. Einzelne Funde ließen sich dem Bericht zufolge jedoch nicht abschließend verifizieren.

Peter M. soll in der internen Kommunikation vor einem möglichen „Gefechtsfeld-Tourismus“ gewarnt haben. Nach dem vorliegenden Bericht kritisierte er außerdem, dass ein belastbarer Notfallplan fehlte. Ersatzpapiere, sichere Unterkünfte und eine Ausweichroute seien demnach nicht vorgesehen gewesen.

Auch der damalige AfD-Vize Georg Pazderski soll die Reise intern scharf kritisiert und eine Klarstellung verlangt haben, wonach die Gruppe kein Mandat der Partei besitze. Die Reise wurde dennoch fortgesetzt.

Bereits 2018 war über eine mögliche russische Unterstützung der Syrien-Reise berichtet worden. Die AfD hatte dies damals laut „Handelsblatt“ als reine Spekulation bezeichnet. Gut eine Woche nach der Rückkehr erklärte Christian Blex auf einer Pressekonferenz, Syrien könne als sicheres Herkunftsland eingestuft werden.


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