Die Zeitumstellung kann nach Einschätzung des Chronobiologen Satchin Panda messbare Folgen für Verhalten, Leistungsfähigkeit und Sicherheit haben. Deshalb spricht sich der Wissenschaftler für eine Rückkehr zur lokalen Sonnenzeit aus.
Panda vom Salk Institute in San Diego erklärte in einem Interview mit FITBOOK, dass bereits eine Verschiebung um eine Stunde Auswirkungen haben könne. Besonders im Frühjahr, wenn die Uhren vorgestellt werden, werde unter anderem eine Zunahme von Unfällen beobachtet.
Nach Einschätzung des Chronobiologen entstehen durch die Zeitumstellung außerdem wirtschaftliche Nachteile. Menschen könnten Flüge oder Züge verpassen, zudem könne die Produktivität sinken. Panda stellt deshalb die Frage, ob ein solcher vermeidbarer Verlust hingenommen werden solle.
In Europa ist die Abschaffung der Zeitumstellung bereits beschlossen. Offen ist jedoch, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Die Länder diskutieren darüber, ob künftig die Sommer- oder die Winterzeit maßgeblich sein soll.
Panda sieht Vorteile bei der Winterzeit. Sie sei die Standardzeit, außerdem würden die meisten Menschen sie bevorzugen. Als Sonderfall nennt der Chronobiologe Spanien. Das Land liegt gemessen am Längengrad eigentlich in der Zeitzone Großbritanniens, verwendet aber die mitteleuropäische Zeit.
Diese Regelung geht laut Panda auf das Jahr 1940 zurück, als sich die Franco-Diktatur zeitlich an Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien orientierte. Die Regelung gilt bis heute. Nach Einschätzung des Chronobiologen trägt sie auch dazu bei, dass die Menschen in Spanien üblicherweise sehr spät essen.
Grundsätzlich hätten die östlichen Ränder einer Zeitzone Vorteile, weil sie früher Sonnenlicht erhalten. Die westlichen Randgebiete seien dagegen zeitlich im Nachteil. Darin liege eine Herausforderung, wenn große Landflächen in einer gemeinsamen Zeitzone zusammengefasst würden.
Zeitzonen gibt es laut Panda erst seit etwa 170 Jahren. Sie wurden ursprünglich eingeführt, um industrielle Abläufe zu koordinieren. Zuvor galt an jedem Ort die lokale Sonnenzeit. Dabei zeigte die Uhr genau dann zwölf Uhr an, wenn die Sonne ihren höchsten Stand am Himmel erreicht hatte.
Mit moderner Computertechnik und künstlicher Intelligenz könnten Menschen nach Pandas Vorstellung wieder zu lokalen Sonnenzeiten zurückkehren. Die notwendige Koordination zwischen Maschinen könne dabei von technischen Systemen übernommen werden.

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