CSU-Chef Markus Söder hat Ilse Aigner auf dem CSU-Parteitag in München als mögliche nächste Bundespräsidentin ins Gespräch gebracht. Am Ende seiner Rede sagte er: „Ich würde es ihr von Herzen gönnen, wenn Ilse Aigner die nächste Bundespräsidentin wird. Das wäre toll!“
Die Delegierten reagierten mit langem Applaus. Aigner, die in der ersten Reihe saß, stand auf und winkte. Söder sagte anschließend zu ihr, offenbar mit einem Augenzwinkern: „Mach das morgen noch einmal.“
Eine Entscheidung über die Kandidatur ist damit allerdings nicht gefallen. Söder räumte selbst ein: „Die Entscheidung wird woanders gefällt.“ Für eine gemeinsame Unterstützung der Union müsste auch die CDU zustimmen. Nach Angaben aus hohen CDU-Kreisen erhebt die Partei Anspruch darauf, einen eigenen Kandidaten für das Amt aufzustellen.
Am Samstag sollte Bundeskanzler Friedrich Merz zum CSU-Parteitag kommen. Seine Haltung zu Aigner gilt daher als entscheidend. Söder soll nach Informationen von BILD davor gewarnt worden sein, sich zu deutlich für Aigner einzusetzen. Seine Unterstützung fiel entsprechend zurückhaltend aus: Er sagte, er würde sich über ihre Wahl freuen, forderte sie aber nicht ausdrücklich.
In seiner Rede richtete Söder zugleich mehrere Botschaften an die CDU-Führung. Mit Blick auf die CSU sagte er: „Vielleicht sind wir der stärkste Teil der Union.“ Als Beleg verwies er auf Umfragen, nach denen die CSU in Bayern bei 37 Prozent der Stimmen liegt. Die Union insgesamt kommt demnach auf 18 Prozent.
Söder begründete die Stärke der CSU auch mit ihrem klaren Kurs gegen einen Linksruck in der deutschen und bayerischen Politik. Auf die Frage nach der Strategie der Partei antwortete er: „Auf keinen Fall nach links.“ Damit bezog er sich auch auf Aussagen von CDU-Bundesfamilienministerin Karin Prien, die als weitere mögliche Kandidatin für das Bundespräsidentenamt gilt.
Aigner zeigte sich über Söders Unterstützung erfreut. „Ich finde, das war ein toller Rückenwind, vom Parteitag der CSU. Das freut mich natürlich“, sagte sie zu BILD. Es sei Söders gutes Recht, sie für das Amt ins Spiel zu bringen. Zugleich fügte sie hinzu: „Jetzt warten wir erstmal ab!“

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