Der kommissarische Berliner CDU-Chef Stefan Evers hat sich bislang nicht zu einer umstrittenen Äußerung des CDU-Mitglieds Ulrich Vosgerau geäußert. Das berichtet der „Spiegel“.
Vosgerau hatte vor einigen Wochen auf der Plattform X über jüdische Studierende geschrieben. Anlass war ein Vorfall bei einer Gedenkveranstaltung am 9. Oktober in Halle. Dort hatten Mitglieder der jüdischen Studierendenunion den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider mit einer Menschenkette daran gehindert, eine Synagoge zu betreten.
Vosgerau kritisierte die Aktion in seinem Beitrag. Er schrieb, es ließen sich „gute Gründe finden, warum es wirklich schade“ sei, dass die jüdischen Studierenden „nicht mit dem Polizeiknüppel durch die Straßen gejagt worden sind“.
Eine direkte Reaktion von Evers liegt bislang nicht vor. Stattdessen äußerte sich der Berliner CDU-Landesverband auf Anfrage des „Spiegels“. „Wer so spricht, sieht seine politische Heimat ganz offensichtlich jenseits der CDU“, teilte der Verband dem Bericht zufolge mit.
Vosgerau löschte seinen Beitrag nach rund 30 Stunden. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ bezeichnete er seine Wortwahl als „unglücklich“. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, er habe sich gewünscht, dass jüdische Studierende mit einem Knüppel gejagt würden.
Der Berliner CDU-Politiker war bereits zuvor in die Kritik geraten. Im Jahr 2024 stand ein Parteiausschluss im Raum, dazu kam es jedoch nicht. Die CDU kritisierte zugleich Vosgeraus Teilnahme an einem umstrittenen Treffen von AfD-Mitgliedern in Potsdam im Jahr 2023. Dort war bundesweit über eine sogenannte Remigration diskutiert worden.
Als Jurist vertrat Vosgerau außerdem 2024 den AfD-Politiker Björn Höcke vor dem Landgericht Halle.

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