Der Rückhalt für Bundeskanzler Friedrich Merz schwindet laut einer neuen Umfrage auch unter den Anhängern der CSU. 50 Prozent der CSU-Wähler sprechen sich dafür aus, dass Merz sein Amt aufgibt. 42 Prozent wollen, dass er Kanzler bleibt.
Die Befragung wurde vom GMS-Institut für Sat.1 Bayern durchgeführt. Insgesamt sollten die Befragten angeben, ob Merz nach den Rückschlägen bei der Reformpolitik der Regierungskoalition und den Ergebnissen der Landtagswahlen sofort zurücktreten und einem geeigneten Nachfolger aus der Union Platz machen solle.
Über alle Befragten hinweg befürworten 57 Prozent einen Rücktritt des Kanzlers. 32 Prozent lehnen dies ab. Unter den CSU-Anhängern ergibt sich damit ebenfalls eine relative Mehrheit gegen Merz.
Bei der vergangenen Bundestagswahl hatte die CSU in Bayern 37,2 Prozent der Stimmen erhalten. Die Union kam bundesweit auf 28,5 Prozent. Das starke Ergebnis der CSU in Bayern hatte dazu beigetragen, dass Merz Bundeskanzler werden konnte.
Die Umfrage zeigt zugleich Veränderungen bei den Parteien in Bayern. Wäre am kommenden Wochenende Landtagswahl, würden 37 Prozent der Befragten für die CSU stimmen. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Befragung im März.
Die AfD kommt in der Erhebung auf 22 Prozent und legt damit vier Prozentpunkte zu. Die Grünen gewinnen zwei Prozentpunkte hinzu. Der CSU-Koalitionspartner Freie Wähler erreicht zehn Prozent. Die SPD würde mit sechs Prozent knapp in den Landtag einziehen.
Das Verhältnis zwischen CDU und CSU war in der Vergangenheit wiederholt angespannt. In den 1970er-Jahren gab es Streit über bundespolitische Ambitionen des damaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß. 2018 kritisierte der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer die Asylpolitik von Angela Merkel. In beiden Fällen stand die CSU letztlich weiter hinter einem Kanzler aus den Reihen der CDU.
Merz und CSU-Chef Markus Söder werden sich voraussichtlich beim CSU-Parteitag in München begegnen. Der zweitägige Parteitag beginnt am Freitag. Merz soll am Samstagvormittag als Hauptredner auftreten, Söders Ansprache wird bereits für Freitag erwartet.

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