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September 6, 2026
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Nach Vorfall in Leipzig: Bundesregierung will Drohnenabwehr deutlich ausweiten

Die Bundesregierung plant einen umfassenden Ausbau der Drohnenabwehr. Nach dem gescheiterten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle erwartet Bundesinnenminister Alexander Dobrindt weitere hybride Angriffe.

Ein Sicherheitsplan des Innenministeriums sieht nach Informationen der „Bild am Sonntag“ mehrere Maßnahmen vor. Dazu gehört der Ausbau der mobilen Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei. Neue, schnell verlegbare Einheiten sollen den Luftraum über kritischen Einrichtungen besser schützen.

Als mögliche Einsatzorte nennt der Bericht wichtige Verkehrsdrehkreuze, Flughäfen und Bahnhöfe sowie das Regierungsviertel. Der Schutz soll möglichst lückenlos erfolgen. Dabei geht es nicht nur darum, Drohnen abzufangen. Auch die Entschärfung von Drohnenbomben und anderen Sprengsätzen ist Teil der geplanten Maßnahmen.

Nach den Plänen sollen künftig nicht ausschließlich die Bundespolizei und andere Behörden Drohnen abwehren dürfen. Auch Betreiber kritischer Infrastruktur könnten entsprechende Befugnisse erhalten. Genannt werden Unternehmen aus Bereichen wie der Wasserversorgung, der Elektrizitätsversorgung und der Rüstungsindustrie.

Dobrindt erwartet eine Verschärfung der Bedrohungslage. „Diese Angriffe werden zunehmen, aber wir können uns wehren und schützen“, sagte der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Er verwies dabei auf hybride Angriffe mit Sprengstoffdrohnen, Agenten in deutschen Städten, Cyberangriffe auf Netze und Sabotage an Infrastruktur.

Zusätzlich plant das Innenministerium laut dem Bericht unter dem Namen „Cyberdome“ einen nationalen Schutzschild gegen digitale Angriffe. Ein engmaschiges Netz aus Sensoren soll demnach Versuche von Hackern erkennen und abfangen. Hintergrund seien Hunderte Cyberattacken, denen Behörden und Unternehmen täglich ausgesetzt seien.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie begrüßte die Pläne. Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn erklärte, Drohnen über den Anlagen zahlreicher Mitgliedsunternehmen seien bereits seit längerer Zeit ein wiederkehrendes Problem. Es gebe wirksame Technologien zur Drohnenabwehr. Die Unternehmen müssten deshalb auch rechtlich in die Lage versetzt werden, ihre Systeme gegebenenfalls selbst einzusetzen.

Besonders akut sei die Bedrohung für deutsche Rüstungsunternehmen, die auch an die Ukraine liefern. Drohnensichtungen, die möglicherweise der Vorbereitung späterer Angriffe dienten, gehörten für diese Firmen inzwischen zum Alltag.

In der vergangenen Woche kam es zudem in München zu einem Brandanschlag, der dem Drohnenhersteller Helsing galt. Die ersten Spuren deuteten laut dem Bericht erneut in Richtung Russland. Bereits zuvor hatte die russische Regierung eine Liste deutscher Rüstungshersteller veröffentlicht, teilweise mit Adressen. Diese Unternehmen seien damit als mögliche Ziele für Sabotageaktionen benannt worden.

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