Tankrabatt endet: Betreiber warnt vor weiteren Aufschlägen ab Januar

Autofahrer in Deutschland müssen sich ab Januar auf höhere Spritpreise einstellen. Neben dem Auslaufen des Tankrabatts könnte auch eine steigende Treibhausgas-Minderungsquote die Kosten für Benzin und Diesel erhöhen.

Der Tankrabatt gilt nur noch bis zum Jahresende und verbilligt Kraftstoffe derzeit um bis zu 17 Cent je Liter. Eine Verlängerung der Maßnahme ist nicht vorgesehen. Wer noch einmal zu den vergünstigten Preisen tanken möchte, kann dies laut dem Bericht spätestens am 31. Dezember vor 12 Uhr tun.

Nach Angaben von Carsten Müller vom Bundesverband der freien Tankstellen wird ab dem neuen Jahr zudem die Treibhausgas-Minderungsquote steigen. Sie verpflichtet Unternehmen dazu, die CO2-Emissionen im Vertrieb von Kraftstoffen zu senken. Müller zufolge kann dies sieben bis zehn Cent je Liter ausmachen.

Zusammen mit dem Ende des Tankrabatts könnten Benzin und Diesel damit rund 25 Cent je Liter teurer werden. Sollte zusätzlich eine Preiserhöhung um zehn Cent hinzukommen, wären laut Müller insgesamt 35 bis 40 Cent mehr pro Liter möglich. Er rechnet deshalb mit schlechter Stimmung bei den Kunden in den Tankstellenläden.

Als mögliche Entlastung ist ein Spritpreisdeckel im Gespräch. CDU und SPD haben dessen Einführung spätestens zum 1. Januar beschlossen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt die Maßnahme jedoch grundsätzlich ab und plant hohe Hürden. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bezeichnete Reiches Vorschlag im „Tagesspiegel“ als „Spritpreis-Verhinderungsgesetz“.

Müller hält den Spritpreisdeckel für „blanken Populismus“. Zur Begründung verweist er auf regionale Unterschiede bei den Einkaufskosten. In Köln sei Kraftstoff sechs bis 15 Cent teurer als in günstigeren Regionen Deutschlands. Als Grund nennt er Einschränkungen des Schiffsverkehrs auf dem Rhein wegen niedriger Pegelstände.

Ein bundesweit einheitlicher Preisdeckel könne deshalb Tankstellen in teureren Regionen gefährden, so Müller. Mehrere regionale Preisdeckel würden wiederum die Frage aufwerfen, wo die Grenzen liegen und wie hoch die jeweiligen Obergrenzen angesetzt werden sollten.

Nach Angaben Müllers ist der Kraftstoffabsatz bereits um sechs Prozent zurückgegangen. Die Menschen würden bewusster fahren und das Auto gelegentlich stehen lassen. Als Möglichkeit, hohen Spritpreisen vollständig auszuweichen, nennt er den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug oder den Verzicht auf das Auto.


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