Uli Hoeneß hat den 18-jährigen Bayern-Spieler und Nationalspieler Lennart Karl wegen seines Lebensstils und seiner Aktivitäten in sozialen Medien kritisiert. Die Äußerungen sorgen derzeit für Diskussionen, während Karl bei Atlético Madrid möglicherweise eine wichtige Rolle für den FC Bayern übernehmen muss.
In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ kündigte der Bayern-Ehrenpräsident an: „Ich plane, ein ernstes Wort mit ihm zu sprechen. Er ist weit entfernt davon, ein Superstar zu sein. Junge Spieler brauchen Demut.“
Als Beispiele für Karls Auftreten werden ein vollständig pinkfarbenes Outfit, seine Beziehung zu einer Influencerin und seine Aktivität bei Instagram genannt. Karl hat dort 1,1 Millionen Follower. Nach der im Ausgangsmaterial beschriebenen Sichtung seines Profils wirken seine Beiträge demnach weitgehend unauffällig.
Die „Süddeutsche“ bezeichnete Karl dennoch als „Social-Media-Experte und Teilzeit-Pink-Panther!“. Der Beitrag stellt die Frage, was der 18-Jährige tatsächlich getan habe und ob die entstandene Aufregung angemessen sei.
Ein Skandal wie im Fall des früheren Barcelona-Spielers Lamine Yamal wird Karl nicht vorgeworfen. Gegen Yamal ermittelte die spanische Justiz, nachdem bei seiner Geburtstagsfeier im Juli 2025 unter dem Motto „Gangster’s Paradise“ offenbar kleinwüchsige Menschen zur Unterhaltung engagiert worden waren.
Für zusätzliche Diskussionen sorgte die Reaktion von Karls Berater Michael Ballack. Er wies die Kritik von Hoeneß scharf zurück und erklärte, der Bayern-Patron habe seinen Schützling zur Zielscheibe gemacht. Daraufhin wurde auch die Frage thematisiert, ob ein TV-Experte zugleich als Spielerberater tätig sein darf.
Der Beitrag erinnert außerdem daran, dass auch Hoeneß und andere spätere Größen des FC Bayern in jungen Jahren auffielen. Hoeneß bildete mit Paul Breitner beim FC Bayern eine sogenannte Revoluzzer-WG. Ein bekanntes Foto zeigt beide in der Münchner Innenstadt in sehr knappen Badehosen vor einem Rolls-Royce.
Franz Beckenbauer war im Alter von 18 Jahren bereits Vater eines unehelichen Sohnes. Der DFB erwog damals, ihn aus der Jugend-Nationalmannschaft zu werfen. Schließlich musste Beckenbauer im Zimmer seines Jugendtrainers Dettmar Cramer schlafen.
Hoeneß, Breitner und Beckenbauer wurden später Welt- und Europameister und prägten die erfolgreiche Geschichte des FC Bayern. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht jedoch die Frage, wie viel öffentliche Kritik an einem 18-jährigen Spieler wegen seines Auftretens und seiner Social-Media-Nutzung angemessen ist.

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