Deutschland und Großbritannien wollen gemeinsam neue Präzisionswaffen für Europas Verteidigung entwickeln. Nach bisherigen Planungen sollen die Systeme Ziele in mehr als 2000 Kilometern Entfernung erreichen können. Damit läge auch Moskau in ihrer Reichweite.
Über die Vorhaben beraten Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein britischer Amtskollege Wes Streeting am Montag in Berlin. Grundlage der Berichte sind laut Politico interne Unterlagen des deutschen Verteidigungsministeriums.
Geplant sind demnach zwei unterschiedliche Waffensysteme. Großbritannien soll einen neuen Marschflugkörper entwickeln. Er soll in geringer Höhe fliegen und dadurch für gegnerische Radarsysteme schwerer zu erkennen sein. Nach den bisherigen Planungen könnte das System ab 2032 einsatzbereit sein.
Deutschland übernimmt den Unterlagen zufolge die Entwicklung einer Hyperschallwaffe. Eine Rakete soll zunächst einen Hyperschallgleiter in große Höhe bringen. Nach der Ausklinkung würde dieser mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit auf sein Ziel zufliegen. Die Bundeswehr könnte das System nach derzeitigen Planungen ab 2035 einsetzen.
Das gemeinsame Projekt trägt den Namen „Deep Precision Strike“. Ziel ist es, Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken und die Abhängigkeit von Langstreckenwaffen aus den USA zu verringern.
Für die deutschen Rüstungspläne sehen Haushaltsunterlagen laut Politico künftige Ausgaben von mehr als neun Milliarden Euro vor. Ein konkreter Zeitraum wird darin nicht genannt. Großbritannien hat für sein umfassenderes Raketenprogramm umgerechnet rund 900 Millionen Euro über vier Jahre zugesagt.
Welche Unternehmen die neuen Waffen letztlich bauen, ist noch offen. Für das deutsche Hyperschallprojekt sollen zunächst MBDA und das deutsch-britische Start-up Hypersonica bis 2029 experimentelle Versionen entwickeln. Erst anschließend soll über die weitere Entwicklung entschieden werden.
Unklar sind unter anderem noch die industrielle Zusammenarbeit, technische Fragen und eine mögliche Beteiligung Frankreichs. Ob bei dem Treffen in Berlin bereits verbindliche Vereinbarungen getroffen werden, ist ebenfalls offen.

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