Eine massive Cyberattacke hat die E-Mail-Postfächer von Abgeordneten der Linken im Bundestag lahmgelegt. Nach Angaben der Partei gingen innerhalb kurzer Zeit Tausende Nachrichten ein, sodass die betroffenen Postfächer nicht mehr genutzt werden konnten.
Die Attacke wird als „Spam-Bombing-Angriff“ bezeichnet. Die E-Mails stammten demnach von unterschiedlichen Absendern, trugen verschiedene Betreffzeilen und waren in mehreren Sprachen verfasst.
Ina Latendorf, parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion, berichtete dem ARD-Hauptstadtstudio, dass bei jedem Mitglied ihrer Fraktion bereits mehr als 20.000 E-Mails eingegangen seien. Weitere Nachrichten träfen minütlich und teilweise sekündlich ein. Das massenhafte Löschen schränke die Arbeitsfähigkeit der Büros deutlich ein.
Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang unklar. Nach Angaben von Latendorf wurden die anderen Fraktionen im Bundestag abgefragt. Sie hätten am Sonnabend und Sonntag zurückgemeldet, dass keine ihrer Abgeordneten betroffen seien.
Der E-Mail-Verkehr des Bundestags insgesamt war den Angaben zufolge lediglich verzögert. Die Server verfügten über ausreichende Kapazitäten, um die zusätzliche Belastung zu bewältigen.
Die betroffenen Abgeordneten erhielten inzwischen Anleitungen, mit denen sie die eingehenden Nachrichten filtern können. Außerdem wurde das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingeschaltet.
Die Attacke steht den Angaben zufolge nicht im Zusammenhang mit einem möglichen Angriff durch Spähsoftware auf iPhones von Regierungsmitgliedern und Abgeordneten. Vor einem solchen Angriff hatte zuvor Apple gewarnt.

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