Bund und Länder bereiten bundesweite Handyblitzer-Regelung vor

Bund und Länder wollen den Einsatz sogenannter Handyblitzer in ganz Deutschland ermöglichen. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums.

Hintergrund ist die weiterhin hohe Zahl von Verkehrsteilnehmern, die während der Fahrt ein Smartphone benutzen. Nach Angaben aus dem Ministerium sehen Bund und Länder in modernen Überwachungstechnologien ein erhebliches Potenzial, um die Einhaltung der Verkehrsregeln und damit die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Handyblitzer werden von Autobahnbrücken aus eingesetzt. Die Systeme sollen erkennen, ob Autofahrer während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzen. Dabei erfassen sie unter anderem Abmessungen, Form und Farben verschiedener Handymodelle sowie typische Körperhaltungen beim Telefonieren am Steuer.

Eine gesetzliche Regelung für den Einsatz gibt es bislang nur in Rheinland-Pfalz. Dort wurde das System Monocam zunächst im Jahr 2022 getestet. Seit April 2025 wird es regulär eingesetzt. Nach Angaben aus der Stellungnahme hat Rheinland-Pfalz mit den Handyblitzern durchweg positive Erfahrungen gemacht.

Die Länder hatten den Bund zuvor aufgefordert, eine technikoffene und bundeseinheitliche Rechtsgrundlage zu schaffen. Sie warnten vor einer zersplitterten Rechtslage, falls jedes Land eigene Regeln erlässt. Eine Umfrage des SPIEGEL unter den Bundesländern hatte im Januar ergeben, dass nur wenige Länder an einer eigenen gesetzlichen Lösung arbeiteten. Mehrere Länder warteten demnach auf eine bundesweite Regelung.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Gewerkschaft der Polizei befürworten die Technik. Auch der ADAC bezeichnete sie als sinnvolle Ergänzung zur bisherigen Kontrollpraxis. Zugleich verwies der Automobilclub darauf, dass ein flächendeckender Einsatz ein rechtssicheres Fundament brauche.

Wer am Steuer mit dem Handy erwischt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro zahlen. Zusätzlich wird der Verstoß mit einem Punkt in Flensburg geahndet.


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