Haley Stevens stellt sich in Michigan hinter Republikaner Mike Rogers

—

von

in

Im US-Bundesstaat Michigan unterstützt die Demokratin Haley Stevens bei der Senatswahl nicht den Kandidaten ihrer eigenen Partei, Abdul El-Sayed, sondern den Republikaner Mike Rogers. Die Entscheidung könnte das enge Rennen um den Senatssitz zusätzlich beeinflussen.

Stevens erklärte, El-Sayed habe deutlich gemacht, dass sie in seinem Wahlkampf nicht willkommen sei. „Wir alle wissen, dass das eine sehr enge Wahl ist“, sagte sie vor Journalisten. Anschließend sprach sie Rogers ihre Unterstützung aus.

Rogers zeigte sich bei einem gemeinsamen Auftritt mit Stevens geehrt. Für den republikanischen Kandidaten kommt die Unterstützung zu einem Zeitpunkt, an dem mit einem knappen Ausgang in Michigan gerechnet wird.

Stevens war in der parteiinternen Vorwahl der Demokraten gegen El-Sayed unterlegen. Sie vertritt seit 2019 einen Wahlkreis Michigans im US-Repräsentantenhaus und hatte sich erfolglos um die demokratische Senatskandidatur bemüht.

El-Sayed reagierte gelassen auf die Abkehr seiner Parteikollegin. „Letztlich denke ich nicht an Haley Stevens“, sagte er. Er denke an die „9,999998 Millionen Menschen, die nicht die beiden sind“, fügte er mit Blick auf Stevens und Rogers hinzu.

Der 42-jährige El-Sayed gilt als progressiver Politiker. Während seines Wahlkampfs sorgte insbesondere seine Israel-kritische Haltung beim demokratischen Establishment für Unbehagen. Er lehnt Waffenverkäufe an Israel ab und könnte als erster Muslim in der Geschichte in den US-Senat einziehen.

Stevens gilt dagegen als entschiedene Unterstützerin Israels. Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, kritisierte ihre Entscheidung und sprach von einem „verachtenswerten Verrat“.

US-Präsident Donald Trump begrüßte Stevens’ Schritt hingegen. Er sagte, die Demokratin habe „Mut“. Trump hatte El-Sayed zuvor als „Dschihadisten“ bezeichnet.

Für die Demokraten ist Michigan von besonderer Bedeutung. Die Partei will ihre Position im Bundesstaat halten und bei den US-Zwischenwahlen eine Mehrheit im Senat gewinnen. Derzeit verfügen die Republikaner in beiden Kammern des US-Kongresses über die Mehrheit.

Die Zwischenwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für den Präsidenten. Sie finden zwei Jahre nach einer Präsidentenwahl statt. Am 3. November werden zudem in 36 Bundesstaaten und drei US-Territorien die Gouverneure neu gewählt.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert