Frank Luntz warnt: Umfragen könnten Trumps Rückhalt unterschätzen

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Kurz vor den US-Zwischenwahlen warnt der Meinungsforscher Frank Luntz davor, Donald Trump und die Republikaner vorschnell abzuschreiben. Aktuelle Umfragen sehen die Republikaner im Rennen um das Abgeordnetenhaus und den Senat deutlich im Nachteil. In beiden Kammern könnten sie ihre Mehrheiten an die Demokraten verlieren.

Auch Trumps persönliche Zustimmungswerte werden in dem Bericht als schwach beschrieben. Dennoch hält Luntz es für möglich, dass die Republikaner am Wahltag stärker abschneiden als vorhergesagt.

Der US-Meinungsforscher, der unter anderem für prominente Republikaner gearbeitet hat und seit Jahrzehnten das Wählerverhalten untersucht, begründet seine Warnung mit der schwierigen Erreichbarkeit republikanischer Wähler. Diese seien bei Umfragen weniger bereit, Auskunft zu geben.

Luntz zufolge könnten dadurch Stimmen für die Republikaner unterschätzt werden. Manche Wähler glaubten, das politische System sei gegen sie manipuliert, und verweigerten deshalb die Teilnahme an Befragungen. Die mögliche Folge seien sogenannte „versteckte Stimmen“ für Trump, die erst am Wahlabend sichtbar würden.

Der Meinungsforscher räumt zugleich ein, dass auch seine eigenen Umfragen diese Stimmen möglicherweise nicht genau abbilden. Damit stellt er die Aussagekraft der aktuellen Erhebungen zumindest teilweise infrage.

Bereits bei den vergangenen drei Präsidentschaftswahlen sei Trumps Stärke vor dem Wahltag unterschätzt worden. Bei der Wahl 2024 deuteten Umfragen laut dem Bericht lange auf ein knappes Rennen zwischen Trump und Kamala Harris hin. Die meisten Erhebungen sahen Harris sogar leicht vorn. Am Ende habe Trump einen deutlichen Sieg erzielt. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass vergleichbare Fehler bei Zwischenwahlen in der Vergangenheit deutlich seltener auftraten.

Luntz sieht bei den Republikanern dennoch erhebliche Probleme. Viele Amerikaner seien mit ihrer Lebenssituation und ihren wirtschaftlichen Aussichten unzufrieden. Auch die Themen Benzinpreise, Sparen und zusätzliche Ausgaben bereiteten Wählern Sorgen. Nach Einschätzung des Meinungsforschers gelingt es den Republikanern derzeit nicht ausreichend, diese Fragen anzusprechen.

Die Demokraten könnten deshalb gewinnen, ohne dass die Wähler von ihnen besonders begeistert seien. Vielmehr könnten die Republikaner Stimmen verlieren. Für Trump bleibe jedoch entscheidend, dass seine Fähigkeit, Menschen zu erreichen, nicht unterschätzt werde.


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