Der Leiterplattenhersteller Unimicron Germany GmbH will seinen Standort im nordrhein-westfälischen Geldern schließen. Davon sind rund 240 Beschäftigte betroffen.
Die Schließung erfolgt nach Angaben des Unternehmens trotz hoher Gewinne des taiwanesischen Mutterkonzerns Unimicron Technology Corp. Eine Insolvenz liegt demnach nicht vor. Unimicron begründet den Schritt mit anhaltenden Verlusten des Werks und einem schwierigen Marktumfeld.
In Geldern produziert das Unternehmen Hightech-Leiterplatten, unter anderem für Automobilzulieferer. Die Unternehmensgruppe habe den Standort über mehrere Jahre finanziell unterstützt, teilte der Konzern mit. Verschiedene Möglichkeiten für eine Fortführung seien geprüft worden. Eine wirtschaftlich tragfähige Lösung habe sich jedoch nicht gefunden.
Der Geschäftsbetrieb soll nun schrittweise zurückgefahren werden. Bestehende Aufträge und Lieferverpflichtungen werden den Angaben zufolge noch bearbeitet. Nach derzeitiger Planung wird die Produktion im Laufe des ersten Halbjahres 2027 schrittweise reduziert und eingestellt.
Der Betriebsrat wurde informiert. Als Nächstes sollen Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan beginnen.
Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser bezeichnete die geplante Schließung als schweren Schlag für die Beschäftigten. „Die Nachricht über die geplante Schließung von Unimicron in Geldern trifft uns sehr und ist vor allem für die rund 240 Beschäftigten ein schwerer Schlag. Für sie geht es um den Arbeitsplatz, um Sicherheit und um ihre persönliche Zukunft“, sagte Kaiser.
Während der Standort in Deutschland geschlossen werden soll, erzielte die Unimicron Technology Corp. laut dem Finanz- und Nachrichtenportal „MarketScreener“ in den ersten neun Monaten 2026 einen Nettogewinn von umgerechnet rund 775 Millionen Euro.
Mit dem geplanten Ende des Werks endet in Geldern eine lange Industriegeschichte. Die Wurzeln des Betriebs reichen bis zur Firma Ruwel zurück, die 1951 an den heutigen Standort zog. Nach der Insolvenz von Ruwel im Jahr 2009 stieg Unimicron bei dem Unternehmen ein und übernahm es später vollständig.

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