Die UN-Friedensmission MINURSO in der Westsahara steht nach mehr als 30 Jahren vor dem Ende. Russland blockierte im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Verlängerung des Mandats. Zivile und militärische Kräfte müssen das Gebiet nun in den kommenden Tagen verlassen, darunter auch deutsche Soldaten.
Die Zukunft der Mission war bereits seit dem vergangenen Jahr unklar. Eine von den USA eingebrachte Resolution sah vor, den Einsatz um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zugleich sollte Marokkos Plan, die Westsahara als autonome Region in sein Staatsgebiet einzugliedern, als einzige Grundlage für Verhandlungen festgeschrieben werden.
Nach dem US-Entwurf sollte außerdem die militärische Komponente der Mission verkleinert werden. Der Hinweis auf die Vorbereitung eines Referendums sollte aus dem Namen des Einsatzes gestrichen werden.
Russland kritisierte den Entwurf als einseitig und legte einen eigenen Vorschlag vor. Dieser sah eine Fortsetzung der Mission unter den bisherigen Bedingungen vor. Den russischen Gegenentwurf blockierten wiederum die USA.
MINURSO war 1991 gegründet worden, um den Waffenstillstand zu überwachen und ein Referendum über die Zukunft der Westsahara vorzubereiten. Zu einer solchen Abstimmung kam es bislang nicht. Nach Angaben der Vereinten Nationen gehörten der Mission im Juni 359 zivile und militärische Kräfte an.
Auch die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 mit unbewaffneten Militärbeobachtern an dem Einsatz. Nach jüngsten Angaben sind im Wechsel jeweils bis zu drei deutsche Soldaten Teil der Mission.
Die Westsahara war bis 1975 eine spanische Kolonie und wird heute größtenteils von Marokko kontrolliert. Die von Algerien unterstützte Polisario-Front fordert die Unabhängigkeit des Gebiets. Der UN-Sicherheitsrat hatte 2025 auf Initiative der USA den marokkanischen Autonomieplan als am besten umsetzbare Lösung bezeichnet.
Nach einer Erklärung des marokkanischen Königshauses sollen das gesamte Personal und das Material des UN-Einsatzes das Gebiet schnell verlassen. Marokko erklärte zugleich, den Waffenstillstand weiterhin einhalten zu wollen.
Die Hilfsorganisation Oxfam warnte, das Ende der Überwachungs- und Deeskalationsmissionen könne die Sicherheit und Stabilität der Region gefährden. Dies könne schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung und die Aussichten auf eine friedliche Lösung haben.

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