Lindner schließt politisches Comeback aus und kritisiert Merz

Christian Lindner will nicht in die Politik zurückkehren und kein öffentliches Amt mehr übernehmen. Der frühere FDP-Vorsitzende wies Spekulationen über ein politisches Comeback zurück. Auf die Frage, ob seine jüngsten Äußerungen in sozialen Medien auf eine Rückkehr hindeuteten, antwortete er mit „Keinesfalls“.

Lindner erklärte, er habe mit Leidenschaft für seine politischen Überzeugungen gestritten. Doch „alles hat seine Zeit“. Heute konzentriere er sich auf seine beruflichen Aufgaben. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG sei er gefordert. Auch seine Beteiligungsgesellschaft, über die er in Start-ups investiert, bereite ihm Freude.

Seine Entscheidung begründete Lindner zudem mit den Anforderungen an seine Tätigkeit in der Wirtschaft. Wer dort operativ Verantwortung übernehmen wolle, könne dies nicht gleichzeitig mit einem Bein in der Parteipolitik tun. Die Aussagen machte Lindner in einem Gespräch mit „Welt“-Chefredakteur Helge Fuhst.

Deutlich kritischer äußerte sich der frühere Bundesfinanzminister zur Arbeit der Bundesregierung. Lindner sagte, die Tragik für Deutschland bestehe darin, dass es zwar einen Kanzlerwechsel, aber keinen Politikwechsel gegeben habe.

Seine Enttäuschung über Bundeskanzler Friedrich Merz sei deshalb groß. Merz wickele das politische Erbe von Angela Merkel nicht ab, worauf viele Unterstützer gesetzt hätten. Stattdessen treibe der Kanzler aus Lindners Sicht Fehlentwicklungen weiter voran.

Positiver bewertete Lindner Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Mit Blick auf die anstehende Wahl des Bundespräsidenten Ende Januar zählte er sie zu den überzeugendsten Personalien. Aigner verfüge sowohl über Regierungserfahrung als auch über Erfahrung in einem repräsentativen Amt.

Für Lindner wäre Aigner daher kein Experiment. Er zeigte sich zugleich verwundert darüber, dass Merz sich bislang nicht stärker für sie eingesetzt habe. Der CDU-Vorsitzende hätte sich diese Personalie nach Lindners Einschätzung längst zu eigen machen sollen.


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