Mehr als 421.000 von Hackern veröffentlichte E-Mails aus dem Inneren der AfD geben Einblicke in die Beziehungen der Partei zur österreichischen FPÖ. Die Nachrichten zeigen demnach sowohl politische Kontakte als auch das Interesse an möglichen Geschäften im Umfeld der österreichischen Partei.
Die Annäherung zwischen AfD und FPÖ verlief zunächst offenbar vorsichtig. Ein Treffen der damaligen AfD-Parteichefin Frauke Petry mit dem FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache im Jahr 2016 sorgte im AfD-Bundesvorstand für Irritationen. Kritiker bemängelten, Petry hätte den Termin vorher im Bundesvorstand abstimmen lassen müssen.
Nach Petrys Rückzug hoffte die damalige AfD-Abgeordnete Alice Weidel offenbar auf Unterstützung durch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. In einer E-Mail übermittelte Weidel ihm sogenannte „Talking Points“ für ein anstehendes Referat.
Vilimsky sollte darin unter anderem die Bedeutung jüngerer und fachlich profilierter Abgeordneter hervorheben. Zugleich sollte er sich laut Weidels Vorgaben kritisch über Abgeordnete äußern, die eine grundsätzliche Oppositionshaltung verträten und den parlamentarischen Betrieb behinderten.
Im August 2017 erhielten die Beziehungen zwischen Weidel und der FPÖ offenbar einen Rückschlag. Die FPÖ lehnte demnach eine gemeinsame Pressekonferenz am Brenner, dem Grenzübergang zwischen Österreich und Italien, ab. Die Partei wolle das Thema selbst bearbeiten und wünsche keinen Auftritt der AfD, teilte einer von Weidels Beratern mit. Weidel antwortete darauf: „Wenigstens waren sie ehrlich.“
Die E-Mails dokumentieren laut dem Bericht auch geschäftliche Erwartungen im Umfeld der FPÖ. Mehrere Werbeagenturen boten ihre Dienste an und verwiesen dabei auf ihre langjährige Arbeit für die österreichische Partei. Dazu gehörte das Unternehmen Signs, das gern mit dem AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen zusammengearbeitet hätte.
Signs wurde 2005 unter dem Namen „Ideenschmiede“ vom heutigen FPÖ-Chef Herbert Kickl mitgegründet. Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 2012 wurden Treuhandverträge zwischen Kickl und dem offiziellen Firmenchef Thomas Sila entdeckt. Kickl erklärte wiederholt, er habe die Verträge nach wenigen Wochen mündlich gekündigt.
2024 bestritt Kickl in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss erneut, von Geschäften der „Ideenschmiede“ profitiert zu haben. Die ÖVP zeigte ihn wegen des Verdachts auf Falschaussage an. Die Ermittlungen dazu dauern den Angaben zufolge an.

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