Studie: Amazonas-Regenwald wird zur Quelle von Kohlenstoff

Der Amazonas-Regenwald hat in den vergangenen 15 Jahren mehr CO₂ in die Atmosphäre abgegeben, als er aufgenommen hat. Das zeigt eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie eines Forschungsteams um Luciana Gatti vom Nationalinstitut für Weltraumforschung in São Paulo.

Untersucht wurde ein Gebiet von etwa 6,7 Millionen Quadratkilometern. Dort wurden den Forschenden zufolge im Durchschnitt rund 0,32 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr freigesetzt.

Für die Untersuchung analysierte das Team atmosphärische CO₂-Messungen aus den Jahren 2010 bis 2024. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Kohlenstoffbilanz des Amazonas-Regenwaldes deutlich verändert hat.

Als wichtigsten Grund nennen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler direkte menschliche Aktivitäten. Dazu zählen vor allem Entwaldung, Waldschädigung und die Verbrennung von Biomasse. Rodungen und Brände hätten den Regenwald demnach von einer CO₂-Senke zu einer Quelle von Treibhausgasen gemacht.

Der Klimawandel sei nach Einschätzung des Forschungsteams hingegen nicht der Hauptgrund für die Umkehr der Treibhausgasbilanz. Klimaphänomene wie El Niño verstärkten jedoch die regionalen Auswirkungen zusätzlich.

Auf Grundlage ihrer Ergebnisse fordern die Forschenden einen Stopp der Rodungen, strengere Kontrollen zur Verhinderung von Brandrodungen sowie Programme zur Wiederaufforstung.

Zuletzt war die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken. Nach Angaben der brasilianischen Behörden wurden zwischen August 2025 und Juli 2026 insgesamt 2874 Quadratkilometer Wald zerstört.

In den Jahren zuvor hatte die Abholzung unter dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro deutlich zugenommen. Offiziellen Zahlen zufolge waren 2022 rund 11.500 Quadratkilometer und 2021 etwa 13.200 Quadratkilometer betroffen.

Der Amazonas-Regenwald spielt eine wichtige Rolle für das Klima in Südamerika und speichert große Mengen Kohlenstoff. Dürren und Abholzung setzen dem Ökosystem jedoch zunehmend zu.


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