Volkswagen stoppt Vorarbeiten für Elektro-Golf ID.Golf vorerst

Volkswagen hat die Entwicklung des Elektro-Modells ID.Golf vorerst pausiert. Die Vorleistungen für das geplante Kompaktmodell würden ausgesetzt, sagte Markenchef Thomas Schäfer in einem im Intranet veröffentlichten Interview.

Als Grund nannte Schäfer die angespannte finanzielle Lage der Marke. „Wir können uns diese Arbeiten gerade schlicht nicht leisten“, sagte der Volkswagen-Markenchef. Ziel sei es, die Entwicklung so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Dafür müssten die Kosten weiter sinken.

Schäfer bezeichnete die Lage als ernst und verglich das Sparprogramm mit einem Marathon. Die Werke in Emden und Zwickau seien bei der Senkung ihrer Fabrikkosten auf Kurs. Das Stammwerk in Wolfsburg erreiche seine Ziele derzeit jedoch nicht. Dort fehlten im laufenden Jahr rund 300 Millionen Euro.

Der ID.Golf soll Anfang der 2030er-Jahre auf der Elektroplattform SSP auf den Markt kommen. Als erstes Fahrzeug auf dieser Plattform ist der elektrische T-Roc vorgesehen.

Der Volkswagen-Betriebsrat erklärte auf Anfrage, die aktuelle Pause bedeute nicht automatisch eine Verzögerung des Marktstarts. Ein möglicher Zeitverlust könne aufgeholt werden. Der Ausgabenstopp für die Vorleistungen sei jedoch ein weiteres Zeichen für die angespannte finanzielle Lage des Konzerns.

Die Sparmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit der schwierigen Geschäftsentwicklung der Marke Volkswagen. Im dritten Quartal verzeichnete sie einen Verlust von 182 Millionen Euro. Es war der erste Quartalsverlust seit dem Corona-Jahr 2020.

Schäfer zufolge spielt dabei auch die steigende Nachfrage nach Elektroautos eine Rolle. Mit diesen Fahrzeugen verdiene Volkswagen weniger als mit vergleichbaren Verbrennern. Hinzu komme der Preisdruck, insbesondere durch chinesische Hersteller, die bei Hybriden mit niedrigen Preisen auf den europäischen Markt drängten.

In den ersten neun Monaten belasteten außerdem Restrukturierungskosten, das Ende der ID.4-Fertigung in Chattanooga und Belastungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Werks in Osnabrück das Ergebnis.

Die Markengruppe Core, zu der Volkswagen, Skoda und Seat gehören, erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 106,4 Milliarden Euro. Das waren 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn sank um 400 Millionen Euro auf 4,3 Milliarden Euro. Die Rendite ging um 0,3 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent zurück.


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