Mit 32 zurück im Elternhaus: Vier Monate im alten Kinderzimmer

Mit 32 Jahren zog eine Frau vorübergehend wieder bei ihren Eltern ein. Aus den ursprünglich geplanten wenigen Nächten wurden vier Monate im früheren Kinderzimmer.

Fast zwei Jahre lang hatte die Autorin online gearbeitet und war viel gereist. Dann erhielt sie spontan die Zusage für einen neuen Job. Ihre alte Wohnung war zu diesem Zeitpunkt noch untervermietet, ihr Konto leer. Deshalb kehrte sie zunächst zu ihren Eltern zurück.

Als sie mit 19 ausgezogen war, hatten ihre Eltern das frühere Zimmer innerhalb kurzer Zeit wieder für sich genutzt. 13 Jahre später stand sie erneut vor ihrer Tür und fragte, ob sie für einige Nächte bleiben könne. Ihre Eltern sagten sofort zu – offenbar in der Annahme, dass es tatsächlich nur bei wenigen Nächten bleiben würde.

Das Zusammenleben stellte die Familie im Alltag vor einige Herausforderungen. Drei Berufstätige mussten sich ein Badezimmer teilen. Die Autorin räumt ein, morgens regelmäßig mehr Zeit im Bad beansprucht zu haben. Auch Wasserverbrauch und Wäschemenge stiegen durch ihren Einzug deutlich an.

Bei den Aufgaben im Haushalt half sie nach eigener Darstellung nur gelegentlich. Sie räumte unter anderem die Spülmaschine aus und brachte den Müll nach draußen. Gleichzeitig nutzte sie auch den übrigen Wohnraum und verbrauchte Lebensmittel aus dem Kühlschrank.

Die Rückkehr ins Elternhaus brachte zudem alte Verhaltensmuster zurück. Obwohl die Autorin arbeitete, Steuern zahlte und bereits allein auf der anderen Seite der Welt gelebt hatte, fragte ihre Mutter beim Verlassen der Wohnung nach einer Jacke. Wenn sie nachts nach Hause kam, wollte die Mutter wissen, wo sie gewesen war. Die Autorin erklärte sich daraufhin wie früher als Jugendliche.

Auch die Eltern mussten sich wieder auf ein zusätzliches Familienmitglied einstellen. Sie nahmen Rücksicht auf ihre Schlafenszeiten und warteten abends, bis sie nach Hause kam. Die Autorin musste sich wiederum anmelden, Bescheid geben und erklären, wenn sie später zurückkehrte. Spontan Besuch mitzubringen, war ebenfalls nicht mehr selbstverständlich.

Gleichzeitig erlebte sie im Elternhaus vertraute Alltagssituationen neu. Dazu gehörten gemeinsame Abendessen, jemand, der nach dem Arbeitstag zu Hause war, und ein gefüllter Kühlschrank mit ihren bevorzugten Lebensmitteln.

Nach zwei Monaten zogen die Eltern in ihre Gartenlaube. Der Umzug erfolgte Ende Februar, obwohl die Laube unbeheizt war. Später kehrte die Autorin in eine eigene Wohnung zurück.

Als sie ihre Eltern danach fragte, ob sie sie erneut aufnehmen würden, bejahten sie das. Sie hätten dies auch nach den vier gemeinsamen Monaten ohne große Fragen oder Bedingungen getan.


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