Skoda wächst in wichtigen Märkten und erzielt im Volkswagen-Konzern vergleichsweise hohe Gewinne. Trotzdem sorgt ein geplantes Sparprogramm bei den Beschäftigten der tschechischen Tochter für Unzufriedenheit.
Im Stammwerk im tschechischen Mladá Boleslav arbeiten mehr als 20.000 Menschen. Dort ist die Stimmung angespannt, obwohl Skoda zuletzt hervorragende Quartalszahlen vorgelegt hat.
In Deutschland, Indien und Westeuropa verkaufte die Marke mehr Fahrzeuge als im Vorjahr. In Deutschland lagen die Verkäufe in den ersten neun Monaten 15,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
Belastet wird die Stimmung durch Sparpläne des Volkswagen-Konzerns. Der VW-Vorstand will demnach die Gehälter im gesamten Konzern bis 2030 einfrieren. Das soll im internen Konzept „Group Target Picture“ vorgesehen sein. Auch die Gewerkschaft IG Metall berichtet darüber.
Zusätzlich könnte es Kürzungen bei Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld geben. Die möglichen Maßnahmen würden damit auch die Beschäftigten der erfolgreichen Tochter Skoda betreffen.
„Mir kommt das ziemlich drastisch vor“, sagte der Lackierer Matěj Kostlán am Werktor in Mladá Boleslav. Sein Kollege Vladimír Procházka bezeichnete die Pläne als großes Problem und verwies auf Kredite und hohe Kosten.
Skoda erwirtschaftet aus 100 Euro Umsatz 8,30 Euro Gewinn. Bei der Kernmarke Volkswagen sind es 1,30 Euro. Zu den Gründen für die höhere Profitabilität zählen unter anderem die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen im Konzern und niedrigere Lohnkosten.
Skoda hat zudem die Produktion effizienter gestaltet. Im Stammwerk Mladá Boleslav werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb auf demselben Band gefertigt. Das ermöglicht eine flexible Anpassung an Nachfrageschwankungen, erklärt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Dadurch sänken die Kosten und die Auslastung steige.
Nach Angaben von Skoda haben eine breitere Modellpalette und vergleichbare Preise für Elektro- und Verbrennermodelle die Nachfrage erhöht. Der Absatz des vollelektrischen Modells „Elroq“ legte um mehr als 50 Prozent zu.
Der Erfolg im Elektrogeschäft könnte jedoch die Gewinnmargen belasten. Skodas Interimschef Holger Peters warnt vor einem harten Wettbewerb im kommenden Jahr. Da die Herstellung von Elektroautos derzeit teurer ist als die Produktion von Benzin- oder Dieselfahrzeugen, könnten steigende E-Auto-Verkäufe den Gewinn je Fahrzeug drücken.
Langfristig soll eine eigene Batteriefertigung helfen, die Produktionskosten zu senken. Eine solche Fertigung wurde am Jahresanfang im Stammwerk eingeweiht. Die Beschäftigten hoffen, dass sich Skoda damit auch künftig Bonuszahlungen leisten kann.

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