Bei Protesten gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke in Jena sind vier Polizisten verletzt worden. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 3000 Menschen an der Demonstration. Die Veranstalter sprachen von etwa 4000 Teilnehmern.
Zu dem Protest hatten die Bündnisse „Rechtsruck stoppen“ und „Jena solidarisch“ aufgerufen. Die Polizei löste Sitzblockaden auf und setzte dabei nach eigenen Angaben auch Pfefferspray ein. Sie begründete das Vorgehen mit der Sicherheit aller Beteiligten, dem Schutz einer Person sowie dem Schutz und der Ermöglichung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit.
Das Bündnis „Rechtsruck stoppen“ kritisierte den Einsatz dagegen scharf. Die Polizei habe Höcke nach Darstellung des Bündnisses mit massiver Gewalt den Zugang zum Stadtteilzentrum ermöglicht. Teilnehmer berichteten von einem unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten gegen Demonstrierende.
Im Zusammenhang mit der Protestaktion nahm die Polizei sieben Straftaten auf. Darunter war ein Fall, bei dem die Stromverteilung am Veranstaltungsort sabotiert worden sein soll. Vor Beginn der Veranstaltung war der Strom in der Halle ausgefallen. Die Kriminalpolizei wertet Videoaufnahmen aus, um weitere mögliche Straftaten zu prüfen.
Höcke trat am Abend dennoch bei einem Bürgerdialog der AfD auf. Die Veranstaltung begann verspätet. Wegen des Stromausfalls hielt der AfD-Politiker seine Rede ohne Mikrofon und im Halbdunkel.
Zu den Rednern des Protests gehörten die Linken-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss sowie Jens Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Proteste gegen Höcke-Auftritte haben in Jena bereits mehrfach stattgefunden. Vor gut zwei Jahren verhinderten Demonstrierende einen Auftritt. Wenige Tage vor der Landtagswahl 2024 war ein weiteres Bürgergespräch mit Höcke wegen der Vielzahl der Menschen und der unübersichtlichen Lage vor Ort kurzfristig abgesagt worden.

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