Franca Lehfeldt sieht Christian Lindners Politik-Rückzug nicht als Erleichterung

Franca Lehfeldt empfindet den Rückzug ihres Mannes Christian Lindner aus der Politik nicht als Erleichterung. Auf die entsprechende Frage im Podcast „Tigges trifft“ antwortete die Journalistin und Unternehmerin mit einem knappen „Nein“.

Lindner hatte im Februar 2025 nach der verlorenen Bundestagswahl seinen Abschied aus der aktiven Politik angekündigt. Die FDP scheiterte mit 4,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde und schaffte den Wiedereinzug in den Bundestag nicht. Damit verlor die Partei auch ihren Vorsitzenden.

Lehfeldt erklärte, sie hätte sich durchaus vorstellen können, dass ihr Mann seine politische Laufbahn fortsetzt. Sie habe ihm stets gesagt: „Der Wähler entscheidet.“ Wäre die FDP wieder in den Bundestag eingezogen, hätte sie Lindner weiterhin unterstützt.

In einer Beziehung sei es wichtig, dem Partner seine beruflichen Überzeugungen und Leidenschaften zuzugestehen, sagte Lehfeldt. Das gelte auch dann, wenn dessen Tätigkeit mit erheblichen persönlichen Einschränkungen verbunden sei.

Gleichzeitig machte sie deutlich, dass das Leben an der Seite eines Spitzenpolitikers belastend sein kann. Anfeindungen im Internet träfen nicht nur Politiker selbst, sondern auch deren Angehörige. Das Tempo und die Härte der sozialen Medien seien insbesondere für politische Neueinsteiger „brutal“.

Auch der Zeitaufwand spiele eine große Rolle. Spitzenpolitik sei ein Job, bei dem man „sieben Tage die Woche im Einsatz“ sei. Ein geregelter Feierabend sei kaum möglich. Besonders schwierig könne das werden, wenn kleine Kinder zur Familie gehörten.

Lehfeldt und Lindner wurden im April 2025, wenige Wochen nach seinem politischen Rückzug, Eltern einer Tochter. In einem Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk berichtete Lehfeldt, dass das Paar die Betreuung zunächst gemeinsam organisiert habe. Für sie habe von Anfang an festgestanden, weiterhin in Vollzeit arbeiten zu wollen.

Lindner erklärte im April 2026 in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die Geburt seiner Tochter habe seine Prioritäten verändert. „Mit Kind kommt Familie zuerst“, sagte der frühere Bundesfinanzminister. Eine politische Karriere wie seine lasse sich nicht mit dem Familienleben vereinbaren.


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