Die Linke-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus besteht entgegen früherer Annahmen aus 44 statt 45 Mitgliedern. Die Abgeordnete Asya Şenyüz wird zunächst als fraktionslos geführt.
Das geht aus einem Schreiben der Parlamentsverwaltung an die Fraktionen hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Entscheidung wurde kurz vor der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses bekannt.
Nach Angaben eines Sprechers der Linke-Fraktion ist Şenyüz bereits seit längerer Zeit erkrankt. Deshalb habe sie nicht an der konstituierenden Sitzung der Fraktion am 13. Oktober teilgenommen.
Bei diesem Treffen unterzeichneten die anwesenden Abgeordneten eine Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus, zum Schutz jüdischen Lebens und zum Existenzrecht Israels. Die Unterzeichnung galt als Voraussetzung für die Aufnahme in die Fraktion. Da Şenyüz die Erklärung bislang nicht unterschrieben hat, ist sie nach Angaben des Sprechers zunächst kein Fraktionsmitglied.
Auswirkungen auf die geplante rot-grün-rote Koalition hat der Vorgang nicht. Linke, Grüne und SPD verfügen auch ohne Şenyüz über eine klare Mehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus.
Wegen der veränderten Sitzordnung musste der Plenarsaal nach Angaben der Parlamentsverwaltung leicht umgebaut werden. Der Platz von Şenyüz wurde räumlich vom Bereich der Linke-Fraktion getrennt.
Das neue Berliner Abgeordnetenhaus hat insgesamt 153 Mitglieder. Şenyüz ist mit 22 Jahren die jüngste Abgeordnete des Parlaments. Sie kommt aus Tempelhof-Schöneberg und vertritt die Linksjugend Solid.
Die Organisation nimmt bei mehreren Themen radikalere Positionen ein als die Partei. Das gilt insbesondere für Fragen zu Israel und zum Nahostkonflikt.

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