Umfrage: AfD-Anhänger sorgen sich besonders um Regierung, Preise und Migration

Die Menschen in Deutschland blicken mit großer Sorge auf zahlreiche politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Besonders ausgeprägt sind die Sorgen bei Anhängern der AfD. Das zeigt eine Forsa-Umfrage für RTL und ntv.

Das Institut fragte für das RTL/ntv-Trendbarometer nach 16 Themen und Entwicklungen. In allen Bereichen äußerte mindestens eine absolute Mehrheit große oder sehr große Sorgen.

Am häufigsten geht es um die Bundesregierung, steigende Preise sowie das Schul- und Bildungssystem. 87 Prozent der Befragten befürchten, dass die Bundesregierung mit ihren Problemen überfordert sein könnte. Unter den AfD-Anhängern liegt dieser Anteil bei 99 Prozent.

Die steigenden Preise beschäftigen insgesamt 84 Prozent der Befragten. Bei den AfD-Wählern sind es 91 Prozent. Dass Schulen und das Bildungssystem nicht mehr gut genug sind, befürchten 79 Prozent insgesamt und 83 Prozent der AfD-Anhänger.

Auch steigende Steuern und Abgaben sorgen für deutliche Unterschiede. Insgesamt äußern 77 Prozent diese Sorge, unter den AfD-Anhängern sind es 96 Prozent. Bei der medizinischen Versorgung und den Renten liegt der Anteil der Besorgten insgesamt jeweils bei mehr als drei Vierteln. Unter AfD-Anhängern machen sich jeweils mehr als 90 Prozent Sorgen.

Die größten Unterschiede zwischen der Gesamtbevölkerung und den AfD-Anhängern zeigen sich laut Umfrage bei Linksextremismus, Zuwanderung und Kriminalität. Bei den beiden letztgenannten Themen äußern nahezu alle AfD-Anhänger Sorgen, während die Werte in der Gesamtbevölkerung deutlich niedriger liegen.

Bei zwei Themen ist die Mehrheit der AfD-Wähler dagegen unbesorgt. Nur 21 Prozent befürchten, dass der Rechtsextremismus in Deutschland zunimmt. Auch beim Klimawandel und seinen Folgen zeigt sich unter AfD-Anhängern eine überwiegend entspannte Haltung.

Die Umfrage weist zudem Unterschiede zwischen Anhängern von Union und SPD aus. SPD-Wähler sorgen sich demnach stärker um soziale Themen wie Wohnen, Ungleichheit, Rente und steigende Preise als Wähler von CDU und CSU.

Unter den Grünen-Anhängern ist die Sorge in mehreren Bereichen vergleichsweise gering. Das betrifft laut den Ergebnissen Zuwanderung, Linksextremismus, Kriminalität, gut bezahlte Arbeitsplätze und die Möglichkeit, dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen werden könnte.

Bei der Frage nach einem möglichen Kriegseintritt weichen AfD-Anhänger nur wenig vom Durchschnitt ab: 62 Prozent von ihnen befürchten, Deutschland könnte in einen Krieg hineingezogen werden. Insgesamt sind es 58 Prozent.

Forsa erhob die Daten im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 21. und 23. Oktober. Befragt wurden 1009 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus oder minus drei Prozentpunkten.


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