Das frühere Schweizer Model Beatrice Keul wirft US-Präsident Donald Trump vor, sie vor mehr als 30 Jahren vergewaltigt zu haben. Ihre Anschuldigung ist in einem neuen Bericht der Demokraten im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses dokumentiert.
Keul zufolge ereignete sich der mutmaßliche Übergriff im November 1993 im New Yorker Plaza Hotel. Dort habe der von Trump veranstaltete Schönheitswettbewerb „The American Dream Pageant“ stattgefunden. Zuvor habe Trump ihr ein Visum für die USA und einen Studienplatz versprochen.
Auch Jeffrey Epstein soll laut Keuls Darstellung bei dem Wettbewerb eine Rolle gespielt haben. Er habe sich ihr gegenüber als „Dons bester Freund“ vorgestellt. Nach dem mutmaßlichen Übergriff habe Trump versucht, sie zum Schweigen zu bringen. Später habe er sie in der Schweiz angerufen und seine früheren Angebote erneuert.
In dem Bericht werden die Aussagen von insgesamt elf Frauen aufgeführt. Fünf von ihnen beschuldigen Trump demnach der Vergewaltigung oder sexueller Übergriffe im Zusammenhang mit Epstein, der 2019 als Sexualstraftäter verurteilt worden war.
Keul hatte bereits im Dezember 2025 gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ über den Vorfall gesprochen. Damals berichtete sie von Küssen und unerwünschten Berührungen und deutete eine versuchte Vergewaltigung an. Gegenüber der „New York Times“ erklärte sie später, sie halte sich wegen anonymer Drohungen mit Einzelheiten zurück.
Auf die Frage von „Blick“, ob sie Trump nun erstmals öffentlich eine vollzogene Vergewaltigung vorwerfe, antwortete Keul: „Öffentlich, ja.“ Sie begründete die späte und schrittweise Veröffentlichung ihrer Darstellung unter anderem mit der Macht Trumps und dem juristischen Druck auf Medien.
Die Demokraten bringen Trump und den früheren Modelagenten Paolo Zampolli zudem als mögliche Mitverschwörer Epsteins ins Spiel. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin warf dem Justizministerium vor, Verbrechen zum Schutz des Präsidenten zu vertuschen.
Die Vorwürfe gegen Trump sind nicht bewiesen. Er weist sämtliche Anschuldigungen zurück und wurde im Zusammenhang mit Epstein nicht angeklagt. Eine Reaktion des Weißen Hauses auf den neuen Bericht lag zunächst nicht vor.

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