Gadi Eisenkot fordert Netanjahu bei Israels Parlamentswahl heraus

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Der ehemalige israelische Generalstabschef Gadi Eisenkot hat sich zum aussichtsreichsten Herausforderer von Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl entwickelt. Der Wahltermin ist für Dienstag angesetzt.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2016. Damals erschoss der israelische Soldat Elor Azaria einen bereits verletzten palästinensischen Angreifer. Eisenkot rechtfertigte den anschließenden Prozess gegen den Soldaten. Die Tötung eines außer Gefecht gesetzten Angreifers widerspreche den Werten der Armee, argumentierte der damalige Generalstabschef.

Netanjahu stellte sich dagegen hinter Azaria und setzte sich später für dessen Begnadigung ein. Im September 2026 wurde der Soldat nach Angaben des Ausgangsmaterials vom israelischen Staatspräsidenten Jitzchak Herzog begnadigt.

Der Fall prägt nun den Wahlkampf. Unterstützer Eisenkots sehen in seiner damaligen Haltung einen Beleg für seine moralischen Maßstäbe. Anhänger Netanjahus werfen ihm hingegen vor, zu nachgiebig und zu weit links zu sein.

Bei einem Wahlkampfauftritt griff Eisenkot den Ministerpräsidenten scharf an. Netanjahu behaupte immer wieder, nur er könne für Sicherheit sorgen, sagte Eisenkot. Mit Blick auf den 7. Oktober fügte er ironisch hinzu: „Das haben wir ja am 7. Oktober gesehen.“

Eisenkot fordert eine unabhängige Untersuchung des Versagens von Militär, Geheimdiensten und Politik beim Hamas-Massaker. Die Regierung Netanjahus lehnt eine solche Untersuchung ab.

Der 66-jährige Eisenkot gilt als weniger charismatischer Redner als Netanjahu, wird aber als vertrauenswürdig und integer beschrieben. Netanjahu steht in einem Korruptionsprozess. Eisenkot wuchs als Sohn jüdischer Einwanderer aus Marokko in einfachen Verhältnissen auf und stieg vom Infanteristen zum Generalstabschef auf. Ernannt wurde er einst von Netanjahu.

Eine persönliche Tragödie prägt Eisenkots Geschichte zusätzlich. Sein 25-jähriger Sohn Gal Meir wurde im Dezember 2023 bei einem Einsatz gegen die Hamas im Gazastreifen getötet. Auch zwei Neffen Eisenkots starben im Krieg. Im Wahlkampf spricht er nur selten darüber.

Manche Beobachter vergleichen Eisenkot mit Jitzchak Rabin, der ebenfalls Generalstabschef war, bevor er Ministerpräsident wurde. Zugleich weisen Kritiker darauf hin, dass Erfahrungen aus dem Militär nicht ohne Weiteres auf die Politik übertragbar seien. Der Militärhistoriker Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem hält Eisenkot dennoch für gewissenhaft und patriotisch. Er könne zudem die beschädigten Beziehungen Israels zu Europa und zu den US-Demokraten verbessern.

Andere Kritiker werfen Eisenkot vor, als Mitglied des Kriegskabinetts im Gazakrieg zu nachgiebig gewesen zu sein. Sein Wahlkampf setzt dem das Versprechen einer besseren Zukunft entgegen.


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