Der britische Premierminister Andy Burnham ist offen für eine Debatte über eine begrenzte Rückkehr Großbritanniens zu den Freizügigkeitsregeln der Europäischen Union. Eine vollständige Rückkehr zu einer engen EU-Anbindung stellt er jedoch nicht in Aussicht.
„Ich denke, wir müssen darüber sehr sachlich und auf der Grundlage von Fakten diskutieren“, sagte Burnham in einem Interview mit der Sunday Times. Er verwies darauf, dass sich die Einwanderung nach Großbritannien seit dem Brexit verändert habe.
Viele Ausländer zögen inzwischen dauerhaft in das Land, sagte der Premierminister. Die Zusammensetzung der Zuwanderung habe sich seit dem EU-Austritt verändert. Darüber müsse offen und ehrlich gesprochen werden, erklärte Burnham.
Bei anderen Fragen einer möglichen Annäherung an die EU zeigte sich der britische Premier deutlich zurückhaltender. Eine Einführung des Euros oder einen Beitritt Großbritanniens zum Schengen-Raum werde er dem Parlament nicht empfehlen.
Burnham hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass der Brexit Großbritannien mehr geschadet als genutzt habe. Nun will sich die britische Regierung bei bestimmten Themen wieder enger mit der EU abstimmen.
Das nächste Gipfeltreffen Großbritanniens mit der EU ist für den 20. November in Brüssel geplant. Dabei sollen bereits geplante Vereinbarungen vorangebracht werden. Dazu gehören Abkommen über den Handel mit Lebensmitteln und Getränken sowie über den Emissionshandel.
Auch bei der Migration soll die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU vertieft werden. Eine Rückkehr zu den Freizügigkeitsregeln steht dabei nach Burnhams Aussagen nur zur Debatte und ist nicht als umfassende politische Rückkehr zur EU angekündigt.

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