Bei einem Schusswaffenangriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Jordanien sind mindestens sechs Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Die Angreifer eröffneten während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer.
Nach Angaben der jordanischen Sicherheitsdirektion stiegen die Täter aus einem Fahrzeug und schossen auf die Teilnehmer. Anschließend flohen sie. Sicherheitskräfte leiteten eine Fahndung ein.
Der jordanische Staatssender Al-Mamlaka zeigte Aufnahmen von zwei Männern mit Pistolen und einem dritten Mann mit einem Gewehr. Darauf ist zu sehen, wie sie von der Straße aus auf die Kirche schießen.
Ein Augenzeuge sagte dem Sender, die Angreifer hätten etwa fünf Minuten lang ununterbrochen gefeuert. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich zwischen 150 und 200 Menschen in der Kirche und ihrer Umgebung aufgehalten. Die meisten Opfer seien zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen.
Die Behörden hatten zunächst von sieben Toten gesprochen. Später korrigierten sie die Zahl auf mindestens sechs.
Jordaniens König Abdullah II. bezeichnete den Angriff als „Terroranschlag“ und kündigte eine entschlossene Reaktion an. „Wir werden mit eiserner Faust gegen diejenigen vorgehen, die es wagen, unsere Nation zu bedrohen“, schrieb er im Onlinedienst X.
Auch der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte die Schüsse als „abscheulichen Terroranschlag“. Der Angriff zeige erneut, dass Terrorismus weder Religion noch Heimat kenne, erklärte er laut einer Mitteilung seines Präsidialamts. Ziel sei es, das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften anzugreifen und Zwietracht zu säen.
Christen machen in Jordanien etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung aus. In der Region Karak lebt eine größere christliche Gemeinschaft. Bereits 2016 waren bei Angriffen auf Polizeieinrichtungen und Patrouillen in Karak zehn Menschen getötet worden, darunter sieben Sicherheitskräfte und eine Touristin.

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