Gerhard Schröder als Ehrengast bei Global-Governance-Forum in China

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Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat kurz nach seinem Besuch in Russland an einem Kongress in China teilgenommen. Bei der Eröffnungsfeier des Global Governance Forums in der Modellstadt Xiong’an saß er in der ersten Reihe.

Schröder zog gemeinsam mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi und weiteren Ehrengästen in den Festsaal ein. Seine Frau Soyeon Schröder-Kim nahm eine Reihe hinter ihm Platz. Eine Rede hielt der Altkanzler bei der Eröffnung nicht.

Das Forum befasst sich mit Fragen der globalen Ordnung. Es knüpft an die Global Governance Initiative an, die der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping ein Jahr zuvor ausgerufen hatte.

China und Russland werben seit Längerem für eine Reform der internationalen Ordnung und einen stärkeren Multilateralismus. Peking kritisiert dabei vor allem eine aus seiner Sicht ungerechte Vorherrschaft der USA. Wang Yi sprach von einem tiefgreifenden Wandel und einer zunehmenden Politik des Alleingangs, ohne ein bestimmtes Land zu nennen.

China präsentiert sich mit der Initiative als Stimme des Globalen Südens. In einem im Juni veröffentlichten Weißbuch forderte die chinesische Regierung unter anderem eine stärkere Vertretung von Entwicklungsländern im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Außerdem verlangt Peking eine Anpassung der Quoten des Internationalen Währungsfonds, die unter anderem über Kreditrahmen und Stimmrechte entscheiden.

Schröders Teilnahme in China folgt auf seinen Besuch bei der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach Angaben des Kremls gratulierte Schröder Putin am 7. Oktober in Moskau zum 74. Geburtstag. Das hatte in der SPD neue Rufe nach einem Parteiausschlussverfahren ausgelöst.

Der frühere Bundeskanzler gilt als enger Freund Putins und steht wegen seiner Verbindung zu Russland sowie seines Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine traf er Putin wiederholt.

Über weitere geplante Treffen Schröders in China war zunächst nichts bekannt. Xi Jinping war bei der Veranstaltung in Xiong’an nicht anwesend und ließ den Gästen durch seinen Außenminister eine Grußbotschaft übermitteln.


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