Saudi Aramco räumt Konzernzentrale nach neuen Huthi-Angriffen

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Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco hat seine Konzernzentrale in Dhahran evakuiert. Die Beschäftigten wurden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Zuvor soll es in dem Gebäude einen Alarm gegeben haben. Warum dieser ausgelöst wurde und wie lange die Mitarbeitenden im Homeoffice bleiben sollen, ist bislang nicht bekannt.

Die Zentrale im Osten Saudi-Arabiens war bereits in der vergangenen Woche bei einem Angriff der mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthi-Miliz schwer beschädigt worden. Dabei breitete sich ein Feuer über mehrere Stockwerke aus. Der Betrieb lief nach Angaben aus dem Bericht dennoch normal weiter. Einige Beschäftigte waren bereits nach dem Angriff gebeten worden, von zu Hause aus zu arbeiten.

In dem Gebäude befindet sich ein Einsatzzentrum, von dem aus Saudi Aramco seine On- und Offshore-Bohrinseln, Raffinerien, Exportterminals und Tausende Kilometer an Pipelines überwacht.

Die Huthi-Miliz hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien in den vergangenen Wochen verstärkt. Dabei nimmt sie nach den vorliegenden Angaben regelmäßig Flughäfen und Energieinfrastruktur ins Visier. Nach eigenen Angaben griff die Miliz zudem das saudische Verteidigungsministerium in Riad an.

Am Mittwoch starben dem Bericht zufolge vier Menschen, nachdem die Huthis das von Aramco betriebene Ölfeld Schaiba sowie einen Flughafen in der östlichen Stadt Dammam angegriffen hatten. Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren gemeinsam mit Verbündeten gegen die Huthis im Jemen.

In den USA wächst unterdessen die Sorge, dass sich der Konflikt zu einem größeren Krieg ausweiten könnte. Das US-Außenministerium forderte nicht unbedingt benötigte Beschäftigte der US-Botschaft in Riad und deren Familien zur Ausreise auf. Der Sprecher des Ministeriums, Tommy Pigott, brachte den Schritt mit den Angriffen der Huthis gegen Saudi-Arabien in Verbindung.

Hintergrund der jüngsten Spannungen sind auch mögliche neue Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Medienberichten zufolge sollen beide Länder entsprechende Pläne ausgearbeitet haben. Iranische Regierungsvertreter erklärten dem Bericht zufolge, sie seien über die Kriegsvorbereitungen informiert und entwickelten neue Taktiken und Ziele für mögliche Vergeltungsangriffe.

Ein politischer Analyst in Teheran sagte laut der New York Times, der Iran könnte im Fall eines Angriffs auf den mutmaßlichen Nuklearstandort Pickaxe Mountain unter anderem große Ölraffinerien in Saudi-Arabien ins Visier nehmen. Dazu könnten auch Anlagen von Aramco gehören.


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