Netflix wächst langsamer und steht im Streaming-Geschäft zunehmend unter Druck. Zwar verbuchte der Konzern zuletzt dank erfolgreicher Produktionen einen überraschend hohen Quartalsgewinn, doch das Umsatzwachstum fiel so schwach aus wie seit Jahren nicht mehr.
In den vergangenen drei Monaten stiegen die Erlöse um knapp zwölf Prozent auf 12,87 Milliarden Dollar. Das war der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren. Im Vorjahreszeitraum hatte das Plus noch mehr als 17 Prozent betragen.
Auch der Geschäftsausblick fiel verhalten aus. Für das Schlussquartal 2026 erwartet Netflix einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Die Prognose für die Werbeeinnahmen senkte der Konzern von etwa drei Milliarden auf rund 2,7 Milliarden Dollar.
Die Anleger reagierten enttäuscht. Die Netflix-Aktie gab im nachbörslichen Handel an der Wall Street knapp fünf Prozent nach.
Unterstützt wurde das jüngste Quartalsergebnis vom Erfolg der zweiten Staffel von „The Gentlemen“ und der Neuauflage von „Unsere kleine Farm“. Netflix setzt zugleich auf weitere Produktionen, um Nutzer länger auf der Plattform zu halten und die Werbeeinnahmen zu steigern.
Der Wettbewerb verschärft sich insbesondere durch YouTube. Nach Angaben der Marktforschungsfirma Nielsen ist die Nutzungszeit dort fast doppelt so hoch wie bei Netflix. Co-Chef Ted Sarandos hatte erklärt, der Konzern wachse nicht so schnell, wie er es sich wünsche.
Netflix baut seit einigen Jahren verstärkt auf werbefinanzierte Nutzerkonten. Um dieses Geschäft auszuweiten, sollen Zuschauerinnen und Zuschauer künftig länger Filme und Serien auf der Plattform ansehen. Dazu plant das Unternehmen unter anderem Live-Übertragungen von Konzerten oder Sportereignissen.
Außerdem schloss Netflix Lizenzvereinbarungen mit Walt Disney. Dadurch können beispielsweise Animationsfilme der Reihe „Ice Age“ gezeigt werden.
Auch bei den Eigenproduktionen gab es zuletzt Rückschläge. Bei der vergangenen Runde von Preisverleihungen gingen Netflix-Filme und -Serien weitgehend leer aus. Auf Erfolge wie „Stranger Things“ und „Squid Game“ folgten demnach keine Titel mit vergleichbarer Wirkung.
Inzwischen kam es zu personellen Veränderungen. Die langjährige Programmverantwortliche Bela Bajaria musste das Unternehmen verlassen, kurz danach traf es auch Filmchef Dan Lin. Bajarias Aufgabe übernimmt Peter Rice, der zuvor bei klassischen Studios wie Disney Karriere gemacht hatte.
Netflix strich zudem rund sechs Prozent der Arbeitsplätze. Etwa 1.000 Mitarbeitende verloren dadurch ihren Job.

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