Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der „Invest in Germany“-Konferenz um Investitionen in Deutschland geworben. Rund 200 Firmenchefs und Investoren nahmen an dem Treffen teil. Nach Angaben von Merz wurden Investitionen in Höhe von rund 230 Milliarden Euro zugesagt.
Wie viele dieser Gelder tatsächlich im Zusammenhang mit der Konferenz eingeworben wurden, ist allerdings noch unklar. Eine abschließende Bilanz soll erst in einigen Monaten möglich sein, wenn sich zeigt, ob die angekündigten Auslandsinvestitionen tatsächlich vorankommen.
Fest stehen nach den vorliegenden Angaben zwei Vereinbarungen. Der Chiphersteller Nvidia will gemeinsam mit deutschen Unternehmen Roboter entwickeln, die auf Künstlicher Intelligenz basieren. Der Online-Versandhändler Amazon plant Investitionen von 16 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem in KI-Rechenzentren und neue Lager fließen.
Die Bundesregierung verfolgt mit den Investitionen vor allem zwei Ziele. Private Geldgeber sollen zum einen teure Verkehrsprojekte wie den Bau von Straßen und Brücken mitfinanzieren. Solche Vorhaben könnten nach Einschätzung der Regierung allein aus Steuermitteln schwer zu stemmen sein.
Zum anderen soll mehr Kapital in KI-Technologien fließen. Davon könnten insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen profitieren, bei denen ein Investitionsstau besteht.
Aus den Investitionen könnten sich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ergeben. Neue Aufträge, etwa für Bau- oder Maschinenbauunternehmen, könnten bestehende Arbeitsplätze sichern und zusätzliche Einstellungen ermöglichen. Wirtschaftsexpertin Samina Sultan vom IW Köln erklärte, ausländische Investitionen könnten zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen und die Wirtschaft insgesamt ankurbeln.
Auch Investitionen von Fonds könnten dem Mittelstand helfen, sagte Ökonom Carsten Brzeski von der Bank ING. Dadurch könne es zu Beschäftigungszuwächsen kommen.
Ob Bürgerinnen und Bürger direkt von den Plänen profitieren, hängt unter anderem von den Folgen der KI-Investitionen ab. Wenn Unternehmen dadurch produktiver arbeiten, könnten nach Einschätzung von Sultan langfristig höhere Löhne und niedrigere Preise möglich werden.

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