Huthi-Angriffe setzen Saudi-Arabiens Wirtschaft massiv unter Druck

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Wiederholte Raketenangriffe der Huthi haben Saudi-Arabien in eine schwere Sicherheits- und Wirtschaftskrise gestürzt. Betroffen sind Flughäfen, Energieanlagen und wichtige Exportwege. Kronprinz Mohammed bin Salman steht dadurch politisch und wirtschaftlich unter Druck.

Anfang des Monats schlug eine Rakete am Flughafen von Riad ein. Zwei Terminals wurden getroffen, Dächer stürzten teilweise ein. Nach den vorliegenden Angaben starben mindestens 13 Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Auch Trümmer abgefangener Raketen gingen demnach in der Nähe von Kindergärten und Krankenhäusern nieder. Schulen und Botschaften wurden evakuiert.

Einen Tag nach den Angriffen vom 10. Oktober folgten weitere Attacken. Erneut wurde der internationale Flughafen King Chalid in der saudischen Hauptstadt getroffen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, elf weitere wurden verletzt. Auch der King-Fahd-Airport in Damman sowie eine Gasanlage und eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco wurden laut dem Bericht angegriffen.

Die Sicherheitslage wirkt sich unmittelbar auf die Wirtschaft aus. Eine große Energiekonferenz kurz nach den Angriffen litt unter zahlreichen Absagen. US-Energieminister Chris Wright nahm per Videokonferenz teil. Die Chefs von BP, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies reisten ebenfalls nicht an.

Die internationale Investorenkonferenz „Future Investment Initiative“, die als „Davos in der Wüste“ bezeichnet wird, wurde vollständig abgesagt. Die Veranstaltung sollte vom 26. bis 29. Oktober in Riad stattfinden und im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Saudi-Arabiens Finanzministerium erwartet für dieses Jahr inzwischen einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 3,6 Prozent. Zugleich könnten die unsicheren Verhältnisse ausländische Investoren abschrecken. Der saudische Wirtschaftskurs setzt stark auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft, um das Land langfristig unabhängiger vom Erdöl zu machen. Doch die Exportwege für saudisches Öl sind nach Angaben des Berichts blockiert. Die Produktionsquote sinke, was auch Folgen für den weltweiten Ölmarkt habe.

Mehrere Großprojekte des Kronprinzen geraten dadurch in den Hintergrund. Dazu zählen die Planstadt „The Line“, Luxusresorts am Roten Meer, ein Skigebiet in den Bergen und ein würfelförmiger Wolkenkratzer in Riad. Auch für die Fußball-Weltmeisterschaft in acht Jahren soll Saudi-Arabien Berichten zufolge fünf Stadien weniger bauen als ursprünglich geplant.

Riad investiert derzeit sechs bis acht Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Rüstung und Verteidigung. Einen vollständigen Schutz vor den Huthi-Angriffen gebe es jedoch nicht, wird der Saudi-Arabien-Experte Sebastian Sons zitiert.

Mohammed bin Salman sucht nach weiteren Partnern. Die Zusammenarbeit mit China wurde verstärkt. Mit dem Iran unterhält Saudi-Arabien weiterhin diplomatische Beziehungen, mit der Türkei und Pakistan schloss Riad nach Angaben des Berichts einen Mekka-Verteidigungspakt. Zudem bemüht sich das Königreich um zusätzliche Luftabwehrsysteme und prüft eine diplomatische Lösung.

Das Verhältnis zu den USA und Präsident Donald Trump gilt der Analyse zufolge als schwierig. Die Vereinigten Staaten haben Militärberater nach Saudi-Arabien geschickt, halten sich bei der Bekämpfung der Huthi im Jemen jedoch weitgehend zurück. Für Saudi-Arabien bleibt damit offen, wie die Angriffe beendet und Investoren zurückgewonnen werden können.


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