Nach einem Gewitter bleiben Fernseher schwarz, Router funktionieren nicht mehr oder die Hi-Fi-Anlage gibt keinen Ton von sich. Als Ursache vermuten Hausbesitzer häufig alte Leitungen in der Wand. Laut Dr. Stefan Veit, Leiter des Geschäftsfelds Elektro- und Gebäudetechnik bei TÜV SÜD Industrie Service, ist das jedoch meist nicht der Grund für defekte Geräte.
Häufiger entstehen Schäden an der Elektronik durch Überspannungen. Dabei handelt es sich um kurze, starke Spannungsspitzen im Stromnetz. Sie können bei Blitzschlägen, Gewittern oder Schaltvorgängen auftreten.
Besonders empfindlich reagieren Geräte mit moderner Elektronik. Dazu zählen Fernseher, Computer, Smart-Home-Komponenten und moderne Haushaltsgeräte. Das berichtet myHOMEBOOK.
Alte Elektroinstallationen können trotzdem ein Sicherheitsrisiko darstellen. Kritisch sind laut Veit vor allem Anlagen aus der Zeit vor Mitte der 1970er-Jahre. Auch wenn Laien selbst an Steckdosen, Lampen oder Leitungen gearbeitet haben, kann die Installation gefährlich sein. Mögliche Folgen sind Stromschläge und Brände.
Das Alter einer Anlage allein bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie mangelhaft ist. Viele ältere Installationen genießen Bestandsschutz und dürfen weiter betrieben werden. Sie bieten jedoch nicht zwangsläufig den gleichen Schutz wie moderne Anlagen.
Eine wichtige Sicherheitseinrichtung ist der Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz FI-Schalter. Er unterbricht den Strom innerhalb von Sekundenbruchteilen, wenn ein Fehler auftritt. In älteren Häusern fehlt ein solcher Schutz laut dem Experten häufig ganz oder teilweise.
Auf mögliche Probleme können wiederholt auslösende Sicherungen oder FI-Schalter, Schmorspuren an Steckdosen und Brandgeruch hinweisen. Auch flackerndes Licht, warme Stecker, lockere Steckdosen und beschädigte Kabel gelten als Warnzeichen.
Veit warnt zudem vor dauerhaft verwendeten Verlängerungskabeln und überlasteten Steckdosenleisten. Sie können sich stark erwärmen.
In vielen älteren Häusern fehlt außerdem ein Überspannungsschutz nach heutigem Standard. Für Neubauten ist er seit Ende 2018 vorgeschrieben. Elektrofachbetriebe können einen solchen Schutz nachrüsten und gleichzeitig den Zustand der Anlage prüfen. Dabei lassen sich unter anderem Leitungen, Schutzleiter und eine mögliche Wärmeentwicklung im Sicherungskasten kontrollieren.
Für Wohnungen beginnt eine solche Prüfung nach Angaben des Experten häufig bei wenigen hundert Euro. Eine verlässliche Einschätzung des Zustands der Elektroinstallation ermöglicht demnach erst die Kombination verschiedener Messungen.

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