Eltern wegen mutmaßlichen Missbrauchs ihrer Tochter vor Gericht

Vor dem Landgericht Ellwangen hat der Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das seine eigene Tochter wiederholt sexuell missbraucht haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater Klaus C. und der Mutter Christina C. mehrere schwere Straftaten vor.

Nach Darstellung der Anklage war das Mädchen elf Jahre alt, als die Taten begannen. Heute ist es 13 Jahre alt. Den Eltern wird unter anderem Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen sowie schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Eheleute außerdem, ihren Bekannten Robert Z. aufgefordert zu haben, sich an den Taten zu beteiligen. Das Mädchen soll sich schließlich einer erwachsenen Person anvertraut haben.

Nach Angaben der Anklage wurde die Tochter massiv bedroht und eingeschüchtert. Die Eltern sollen ihr für den Fall von Widerstand unter anderem Stromstöße oder weitere grausame Bestrafungen angedroht haben.

Zum Prozessauftakt saß die Mutter bereits im Gerichtssaal. Der Vater wurde in Hand- und Fußfesseln vorgeführt. Beide Angeklagten schwiegen. Auch zuvor hatten sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ob sie im weiteren Verlauf des Prozesses aussagen werden, ließen ihre Verteidiger offen.

Der ebenfalls beschuldigte Robert Z. war nicht anwesend. Nach Angaben der Justiz hat er sich ins Ausland abgesetzt und wird inzwischen mit internationalem Haftbefehl gesucht. Z. hatte zunächst ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen. Das Landgericht ließ ihn anschließend frei, weil es keinen dringenden Tatverdacht sah. Das Oberlandesgericht hob diese Entscheidung später auf – zu diesem Zeitpunkt war Z. jedoch bereits verschwunden.

Der Vater verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen Betruges und ist mehrfach vorbestraft. Gegen die Mutter liegt kein Haftbefehl vor, da die Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr sieht.

Den Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Das Urteil soll am 17. November fallen.


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