Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erstmals einen verletzten Soldaten mit einer Drohne aus einem Frontgebiet ausgeflogen. Der Transport soll sich über rund 62 Kilometer erstreckt und Anfang Oktober stattgefunden haben.
Veröffentlicht wurde ein Video des Einsatzes von den ukrainischen Landstreitkräften auf deren Telegramkanal. Darin ist zu sehen, wie der verwundete Soldat unter einer großen Drohne hängt und aus dem Kampfgebiet transportiert wird. Bei dem Flug kam ein Hexakopter zum Einsatz.
Das genaue Frontgebiet wurde in der Aufnahme verpixelt. Nach Angaben des ukrainischen Militärs befand sich der Soldat in einem Bereich, der durch Landminen und russische Drohnen bedroht war. Eine herkömmliche Rettung sei deshalb nicht möglich gewesen.
Der Rettungsflug dauerte dem Bericht zufolge eine Stunde und 14 Minuten. Der Soldat soll zuvor rund 500 Tage an der Front verbracht haben. Seit Februar sei er verletzt gewesen und lediglich durch Drohnenlieferungen versorgt worden.
Nach seiner Evakuierung wird der Mann medizinisch behandelt. Seine Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich, heißt es in dem Bericht.
Der Kommandeur mit dem Namen »Napalm« bezeichnete den Einsatz als äußerst komplex und erfolgreich. Nach seiner Einschätzung könnte die Operation zumindest für die eigene Einheit von besonderer Bedeutung sein.
Der SPIEGEL bestätigte die Identität eines der im Video zu sehenden Soldaten. Zugleich habe es keine offensichtlichen Hinweise darauf gegeben, dass die Aufnahmen mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
Ob sich Rettungseinsätze dieser Art wiederholen lassen, ist allerdings offen. Während des Flugs war der verletzte Soldat ungeschützt unter der großen und dadurch gut sichtbaren Drohne befestigt. Der Drohnenhersteller verwies deshalb auf Sicherheitsfragen.

Schreibe einen Kommentar