Der wegen schwerer Sexualstraftaten verurteilte Millionenerbe Andrew Luster ist im Alter von 62 Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden. Ursprünglich war gegen ihn eine Haftstrafe von 124 Jahren verhängt worden.
Luster ist der Urenkel des Gründers des Kosmetikunternehmens Max Factor. Zwischen 1996 und 2000 soll er junge Frauen missbraucht haben. Nach Angaben aus dem Fall setzte er mindestens drei Frauen in Bars mit flüssigem Ecstasy außer Gefecht und vergewaltigte sie anschließend. Zwei der Taten filmte er.
Im Jahr 2003 wurde Luster unter anderem wegen Vergewaltigung, Sodomie und Vergiftung zu 124 Jahren Haft verurteilt. 2013 wurde das Strafmaß auf 50 Jahre reduziert. Nun kam er nach etwas mehr als zwei Jahrzehnten im Gefängnis frei.
Die kalifornische Justiz erklärte, es handele sich nicht um eine vorzeitige Entlassung im eigentlichen Sinn. Luster habe seine Haftzeit unter anderem durch Arbeit und gute Führung verkürzt. Wie sich die Verkürzung auf die ursprüngliche und die später reduzierte Strafe auswirkt, sorgt dennoch für Kritik.
Ein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung war 2024 noch von einem Richter abgelehnt worden. Bezirksstaatsanwalt Eric Nasarenko hatte damals erklärt, Lusters Freilassung wäre eine schwere Ungerechtigkeit gegenüber den Überlebenden und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Er bezeichnete die Taten als sadistische sexuelle Übergriffe.
Auch Oberstaatsanwalt Anthony Wold kritisierte Luster 2025. Dieser habe mit dem Leben seiner Opfer „russisches Roulette“ gespielt und sei weiterhin ein hochgefährlicher Sexualstraftäter, sagte Wold.
Nach seiner Entlassung soll Luster in Glendora leben. Bürgermeister David Fredendall erklärte, die Stadt sei empört. Glendora verlangt von den kalifornischen Behörden eine Erklärung dafür, wie ein Mann, der ursprünglich zu 124 Jahren Haft verurteilt worden war, nach etwas mehr als 20 Jahren das Gefängnis verlassen konnte. Eine Antwort steht bislang aus.
Lusters Fall hatte bereits Anfang der 2000er-Jahre international für Schlagzeilen gesorgt. Während seines Prozesses floh der Millionenerbe nach Mexiko. Nach rund sechs Monaten wurde er dort von dem Kopfgeldjäger Duane „Dog“ Chapman aufgespürt und in die USA zurückgebracht.

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