Ablehnung der Zeitumstellung sinkt auf niedrigsten Stand seit 2016

Die Ablehnung der halbjährlichen Zeitumstellung in Deutschland nimmt einer Forsa-Umfrage zufolge ab. Noch immer sprechen sich 71 Prozent der Befragten für eine Abschaffung des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das jedoch einem Rückgang um fünf Prozentpunkte.

Nach Angaben der DAK-Gesundheit, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat, ist der aktuelle Wert der niedrigste seit 2016. Am stärksten war die Ablehnung im Jahr 2018. Damals wollten 80 Prozent der Befragten die Zeitumstellung abschaffen.

Besonders deutlich hat sich die Haltung der 18- bis 29-Jährigen verändert. In dieser Altersgruppe sank der Anteil der Gegner von 66 auf 50 Prozent. Zugleich findet sich dort mit 39 Prozent die größte Zustimmung zum Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit.

Insgesamt gaben 29 Prozent der Befragten an, bereits gesundheitliche oder psychische Probleme im Zusammenhang mit der Zeitumstellung erlebt zu haben. Frauen berichteten dies mit 36 Prozent häufiger als Männer, von denen 22 Prozent entsprechende Erfahrungen angaben.

Am häufigsten nannten Betroffene Müdigkeit oder Schlappheit. 80 Prozent der Menschen, die nach eigenen Angaben besonders unter der Umstellung leiden, berichteten davon. Weitere 63 Prozent gaben Probleme beim Einschlafen oder bei der Konzentration an. 37 Prozent fühlten sich demnach gereizt. Rund 20 Prozent brachten depressive Verstimmungen mit der Zeitumstellung in Verbindung.

Für die Forsa-Studie wurden Ende September bundesweit mehr als tausend Menschen befragt. Die nächste Zeitumstellung steht am kommenden Wochenende an.

Eine Abschaffung der Zeitumstellung wird auf europäischer Ebene bereits seit mehreren Jahren diskutiert. In einer Onlinebefragung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2018 sprachen sich 84 Prozent der Teilnehmenden für ein Ende des Wechsels aus. Von den damals 4,6 Millionen Antworten kamen rund drei Millionen aus Deutschland.

Eine europaweite Regelung gibt es bislang dennoch nicht. Die Staaten konnten sich unter anderem nicht darauf einigen, ob dauerhaft die Winterzeit als Normalzeit oder die Sommerzeit gelten soll. Einer aktuellen Studie zufolge wäre eine permanente Normalzeit gesünder, weil morgendliches Licht die innere Uhr, den Schlaf und die Stimmung stabilisieren könne. Anhänger der Sommerzeit verweisen dagegen auf die längeren Abende im Sommer.


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