Vermisstenfall Kerstin Langley: Geständnis führt zu mutmaßlichem Tötungsdelikt

Im Vermisstenfall Kerstin Lee Langley aus Regensburg gibt es nach 19 Jahren einen Durchbruch. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll die 2007 verschwundene Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein. Eine Verdächtige legte ein Geständnis ab.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Langley im Jahr 2007 in einer Wohnung in Regensburg getötet und erwürgt wurde. Gegen drei Personen richtet sich der Verdacht eines gemeinschaftlichen Totschlags. Nach Angaben der Ermittler sollen die Beschuldigten aus verschiedenen Gründen einen Groll gegen die Frau gehegt haben.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um eine 56-jährige Frau und zwei Männer. Einer der Männer ist der frühere Ehemann der Beschuldigten. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Der dritte Beschuldigte ist bereits gestorben.

Die 56-Jährige meldete sich im August bei der Polizei in Nittendorf. Sie erklärte, sie wolle reinen Tisch machen, und nannte mehrere Orte, an denen Teile der Leiche abgelegt worden sein sollen. Bei Grabungen in Berg bei Neumarkt wurden daraufhin menschliche Überreste gefunden.

DNA-Untersuchungen zufolge gehören die Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Kerstin Lee Langley. Das teilte der Regensburger Kripo-Chef Robert Fuchs mit. Der Fundort lag rund 500 Meter von einer Stelle entfernt, an der die Polizei bereits 2012 nach der Vermissten gesucht hatte.

Auch in Sulzbach-Rosenberg fanden Sondierungsarbeiten statt. Gegen die 56-Jährige wurde ebenfalls Untersuchungshaft angeordnet. Diese wurde jedoch außer Vollzug gesetzt, weil die Fluchtgefahr nach Einschätzung der Ermittler geringer sei.

Die Frau war bereits 2012 ins Visier der Ermittler geraten. Damals hatte sie bei einer Faschingsfeier behauptet, ihr früherer Ehemann habe zwei Frauen getötet. Zwei Zeuginnen informierten daraufhin die Polizei. Eine der genannten Frauen wurde später wohlbehalten gefunden. Die Ermittler vermuteten schon damals, dass es sich bei der zweiten Frau um Kerstin Lee Langley handeln könnte.

Die Beschuldigte hatte den Ermittlern bereits damals einen mutmaßlichen Ablageort genannt und die beiden anderen Beschuldigten erwähnt. Die damaligen Indizien reichten laut Kriminalpolizei jedoch nicht für weitere Maßnahmen gegen die Verdächtigen aus.

Der Fall wurde anschließend als Cold Case weitergeführt. Auch ein Aufruf in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ brachte zunächst keine neue Spur. Zudem überprüfte die Polizei den Hinweis eines Sehers. In einem Waldstück bei Sinzing wurden allerdings nur Tierknochen gefunden.

Im Juni setzte die Polizei eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus, die zum Auffinden der Vermissten führen. Ein Gewaltverbrechen war zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen worden.


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