Die Bergwacht hat in Südtirol zwei deutsche Jugendliche gerettet, die nachts allein vor einer geschlossenen Berghütte in mehr als 2300 Metern Höhe standen. Die 13 und 16 Jahre alten Brüder waren erheblich unterkühlt.
Nach Angaben der Bergrettung waren die Jungen gemeinsam mit ihren Eltern von Toblach aus zu einer Bergtour aufgebrochen. Nach einigen Stunden kehrten die Eltern jedoch um, während die beiden Jugendlichen allein weitergingen.
Gegen 1 Uhr ging ein Notruf ein. Die Brüder befanden sich zu diesem Zeitpunkt vor der Bonnerhütte, deren Betrieb bereits eingestellt war. Die Bergwacht brachte sie zur Behandlung in ein Krankenhaus.
Die Jugendlichen hatten zuvor mehr als 1000 Höhenmeter zurückgelegt. Nach Angaben eines Sprechers der Bergrettung Pustertal waren sie wegen der Kälte in dieser Höhe stark ausgekühlt. Einer der beiden musste sich erbrechen. Inzwischen konnten die Brüder das Krankenhaus wieder verlassen.
Wie die Tageszeitung „Dolomiten“ berichtete, trugen die Jungen zwar Bergschuhe, waren aber nicht mit geeigneter Kleidung ausgestattet. Die Eltern hatten einer Übernachtung auf der Hütte zugestimmt, weil sie ihre Kinder für erfahren genug hielten. Offenbar waren die Öffnungszeiten der Unterkunft jedoch nicht geprüft worden.
Die Bonnerhütte ist seit mehr als einer Woche geschlossen. Die Schutzhütte wurde 1897 von der Alpenvereinssektion Bonn erbaut.
Zur Herkunft der Familie machte die Bergwacht keine näheren Angaben. Ein Sprecher der Bergrettung bezeichnete das Vorgehen als großen Leichtsinn. Zugleich sagte er, dass sich ein solcher Fall glücklicherweise nur selten ereigne.

Schreibe einen Kommentar