Der frühere Eintracht-Trainer Albert Riera hat nach der 2:3-Niederlage seines neuen Klubs Roter Stern Belgrad beim FC Lugano schwere Vorwürfe erhoben. Der 44-Jährige deutete an, dass die UEFA seinen Verein möglicherweise nicht im Europapokal sehen wolle.
Auslöser für Rieras Aussagen war ein Strafstoßpfiff des deutschen Schiedsrichters Florian Badstübner. Der Referee entschied kurz vor dem Ende beim Stand von 2:2 auf Elfmeter für Lugano. Daraus entstand der entscheidende Treffer zum 3:2.
„Vielleicht möchte die UEFA uns nicht in Europa haben? Dann sollen sie aber sagen, warum“, sagte Riera nach der Partie. Zugleich forderte er Roter Stern Belgrad auf, „zu untersuchen, was mit uns passiert“.
Der Spanier erklärte außerdem, er wolle Lugano nicht zum Sieg gratulieren. Er werde versuchen, ruhig zu bleiben, weil seine Mannschaft ihn brauche. Andernfalls könne ihm eine Sperre durch die UEFA drohen.
Riera kritisierte insbesondere die Elfmeterentscheidungen, die Roter Stern zuvor das Weiterkommen in der Europa-League-Qualifikation gekostet hatten. Nach einem 3:0 im Hinspiel gegen Viktoria Pilsen schied sein Team im Rückspiel mit 1:5 aus. Die Tschechen profitierten dabei von zwei Strafstößen.
Auch die Zahlen der Partie in Lugano stützten Rieras Darstellung nicht. Der Schweizer Klub kam laut dem Bericht auf einen deutlich höheren xGoals-Wert von 2,29 gegenüber 1,23 bei Roter Stern. Bei den Torschüssen lagen beide Mannschaften mit 18 zu 20 nahezu gleichauf.
Luganos Trainer Mattia Croci-Torti wies die Vorwürfe zurück. Riera solle sich die zweite Halbzeit ansehen, sagte er sinngemäß, und betonte, seine Mannschaft habe bis zum Schluss gewusst, was zu tun sei. Wer von Glück spreche, missachte die Leistung seiner Spieler.
Für Roter Stern läuft es im internationalen Wettbewerb damit weiter schlecht. Nach dem Verpassen der Champions League und der Europa League misslang auch der Auftakt in der Conference League. In Serbien steuert der Klub dagegen auf den Meistertitel zu.
Riera war Anfang des Jahres zu Eintracht Frankfurt gekommen und sollte den Verein ins internationale Geschäft führen. Noch vor Saisonende musste er den Klub wieder verlassen. Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart verabschiedeten ihn Frankfurter Fans mit dem Plakat „Nada de gracias, Alberto“ – „Danke für nichts, Alberto“.
Während seiner Zeit in Frankfurt sorgte zudem ein Streit mit Stürmer Jonathan Burkardt für Aufsehen. Später geriet Riera auch mit Vorstandschef Axel Hellmann aneinander. Hellmann hatte zuvor erklärt, Riera sei nicht bereit gewesen, sich mit der Bundesliga, dem Verein und dessen Umfeld auseinanderzusetzen.

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