Klaus Kinski wäre am 18. Oktober 2026 100 Jahre alt geworden. Der Schauspieler, der 1926 im ostseeischen Sopot bei Danzig geboren wurde, gilt auch 35 Jahre nach seinem Tod als eine der umstrittensten Figuren des deutschen Films.
Kinski polarisierte mit seinem schauspielerischen Talent ebenso wie mit seinem aufbrausenden Auftreten, seiner Arroganz und öffentlichen Ausrastern. Unvergessen ist ein Auftritt im November 1971 in der Berliner Deutschlandhalle. Bei der geplanten Uraufführung seines Monologs „Jesus Christus Erlöser“ reagierte er auf Gelächter und Zwischenrufe aus dem Publikum mit heftigen Beschimpfungen.
Der Abend vor rund 5000 Menschen wurde zum Mythos. Kinski wollte die große Bühne, ließ sich jedoch nicht auf Widerspruch ein. Zu einem Zuschauer sagte er unter anderem: „Du dumme Sau!“
Auch seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog schrieb Filmgeschichte. Gemeinsam drehten sie fünf Filme: „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu – Phantom der Nacht“, „Woyzeck“, „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“.
Das Verhältnis der beiden war von heftigen Konflikten geprägt. Kinski äußerte sich wiederholt herablassend über Herzog. Bei den Dreharbeiten kam es zu legendären Auseinandersetzungen und Drohungen. Herzog beschrieb Kinski später sowohl als „Weltwunder“ als auch als „ultimative Pest“. Die Beziehung der beiden wird im Rückblick häufig als Hassliebe beschrieben.
Mindestens ebenso bekannt wie seine Filmrollen war Kinskis Verhalten im Fernsehen. In Sendungen von ZDF, ARD und NDR beschimpfte er Gesprächspartner und reagierte scharf auf Zwischenrufe. In einem Interview mit Thomas Gottschalk ließ er den Moderator minutenlang mit dem Satz „Ich verstehe die Frage nicht“ auflaufen.
In der „NDR Talkshow“ sprach Kinski vor laufender Kamera wiederholt über das Aussehen der Moderatorin, wollte aber nicht über eigene Projekte sprechen. Er erklärte: „Ich habe keine Ambitionen, Publicity zu machen.“
Ein anderes Licht auf den Schauspieler werfen die später öffentlich gewordenen Vorwürfe seiner Töchter Nastassja und Pola Kinski. Pola Kinski beschuldigte ihren Vater in ihrem Buch „Kindermund“ von 2013 des jahrelangen sexuellen Missbrauchs und beschrieb ihn als Despoten innerhalb der Familie. Nastassja Kinski sagte, er habe sie im Alter von vier oder fünf Jahren belästigt. Kinski selbst konnte sich zu den Vorwürfen nicht mehr äußern.
Auch nach seinem Tod blieb Kinski Teil der Popkultur. Der Komiker Max Giermann machte den tobenden Schauspieler zu einer seiner bekannten Paraderollen. Im Kinofilm „Die Geschichte der Menschheit – Leicht gekürzt“ von 2022 verkörperte Giermann als Klaus Kinski sogar Jesus.

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